Berlin - Nach der Party kommt jetzt der große Kater: Ein leitender Beamter der Berliner Bereitschaftspolizei ist seit diesem Donnerstag seinen Posten los. Eine indirekte Nachwirkung des angeblichen Hamburger Party-Exzesses beim G20-Gipfel. Grund für die Entmachtung des Beamten soll nach Angaben von Kollegen das Tragen eines inoffiziellen Wappens sein, das „Party-Bären“ zeigt. Zudem gibt es ein peinliches Foto.

Im Vorfeld des G20-Gipfels hatte die Hamburger Polizei mehrere Berliner Hundertschaften wieder nach Hause geschickt. Diese hatten in ihrer Unterkunft in der Freizeit eine Party veranstaltet. Die Hamburger hatten ihren Hauptstadt-Kollegen Sex sowie Urinieren in der Öffentlichkeit und übermäßigen Alkoholgenuss unterstellt. Ein derartiges Verhalten von Polizeibeamten sei nicht akzeptabel, so die Begründung. Berlins „Party-Polizisten“ sorgten überregional für Schlagzeichen, obwohl die Hamburger die Vorwürfe nicht beweisen konnten.

Daraufhin ließen sich einige Berliner Bereitschaftspolizisten ein inoffizielles Wappen sticken. Es zeigt kopulierende Bären, einen betrunkenen Berliner Bären und Urin-Pfützen.

Disziplinarische Ermittlungen angedroht

Diese „Hoheitsabzeichen“ prangten bis vor einigen Tagen an den Uniformen einiger Beamter der Bereitschaftspolizei. Der Führer der 13. Einsatzhundertschaft wurde am Donnerstag seiner Funktion enthoben. Einige seiner Beamten sollen das Abzeichen noch bis vor kurzem getragen haben. Angeblich spielen noch weitere Gründe eine Rolle bei der Abberufung des Beamten. "Zu einzelnen Personalentscheidungen machen wir keine Angaben", sagte ein Polizeisprecher.

Nach Angaben von Beamten soll es auch um ein Foto gegangen sein. Es zeigt Angehörige der Hundertschaft, die in einer Reihe stehen und so tun, als würden sie urinieren. Es war für einen Kollegen gedacht, der verabschiedet wurde. Er hatte Probleme mit der Blase. Der geschasste Hundertschaftsführer trug als Vorgesetzter die Verantwortung für das Verhalten seiner Kollegen.  Das Foto wurde lediglich intern verbreitet.

Die drei Abteilungsführer der Bereitschaftspolizei mussten nach Angaben von Kollegen bereits am Mittwoch beim Leiter der Direktion Einsatz antreten. Dort habe es wegen der Aufnäher „eine Abreibung“ gegeben.

Bereits vor einigen Tagen hatte der Stab des Polizeipräsidenten in einem Rundschreiben seine Beamten vor dem Tragen der selbst gestickten Hoheitsabzeichen gewarnt und mit disziplinarischen Ermittlungen gedroht: "Wir sollten nicht an einer Verfestigung des 'Party-Bullen-Images' aktiv mitwirken!"

Die Party im Vorfeld des G20-Gipfels selbst blieb für die Polizisten ohne Konsequenzen. Die Berliner Polizeiführung sah keine dienstrechtlichen Verstöße.