Berlin - Nach der ausgelassenen Party mehrerer Berliner Polizisten vor dem G20-Gipfel in der Nähe von Hamburg hat sich die Behörde nun öffentlich über Facebook dazu geäußert. "Ja, wir haben gefeiert!", beginnt das Statement zu dem exzessiven Fest, bei dem Polizisten gegen einen Zaun gepinkelt, ein Pärchen öffentlich Sex und eine Polizisten mit Dienstwaffe auf einem Tisch getanzt haben soll.

Dabei sei sehr viel Spekulation, schreibt die Polizei auf Facebook. Drei Hundertschaften hätten 70 Kilometer nördlich von Hamburg in einem Containerdorf spontan gefeiert. "Sicher auch weil zwei ihrer Kollegen Geburtstag hatten", so die Stellungnahme. Dabei sei getrunken, getanzt, gepinkelt und "Ja scheinbar auch 'gebumst'" worden, wie ein Pressesprecher der Polizei gesagt habe.

In eigener Sache wolle man jedoch loswerden, dass die hauptsächlich jungen Bereitschaftspolizisten sehr professionell arbeiten, viel Verantwortung tragen und für ihren Einsatz "durchweg gelobt" würden. Die Beamten, die gefeiert hätten, seien am Dienstag noch auf der Autobahn zu dem Stromausfall in Köpenick alarmiert worden und hätten dort Wohnungen und Geschäfte geschützt, sowie den Verkehr geregelt. Dafür gebe es einen "Daumen nach oben".

"Wir sind nicht die Partypolizei"

"Wir laden Sie/Euch herzlich ein, sich ein persönliches Bild von dieser professionellen Arbeit zu machen und sich davon zu überzeugen, dass wir nicht die Partypolizei, sondern die professionelle Hauptstadtpolizei sind", schreibt die Polizei.

Am Ende des Postings entschuldigt sich die Polizei noch bei Kollegen aus Nordrhein-Westfalen, die ebenfalls als Teil der Einsatzhundertschaften in dem Containerdorf untergebracht waren, jedoch nicht gefeiert haben und den Partylärm ertragen mussten: "P.S.: Sorry an unsere Kolleginnen und Kollegen aus NRW".

Polizist kritisiert Berichterstattung

Ein Polizist, der bei der Party dabei war, hatte sich kritisch über die Berichterstattung dazu geäußert. In einem Interview, das am Mittwoch auf bild.de erschienen ist, sagte der Polizist: „Es wurde nichts beschädigt. Niemand wurde verletzt. Wir haben niemanden beleidigt oder bedrängt. Wir alle waren am nächsten Tag einsatzfähig, es gab keine Ausfälle.“

Von einer Beamtin, die im Bademantel mit einer Waffe hantiert haben soll, habe er nichts mitbekommen. Auch zu Auseinandersetzungen mit Wuppertaler Polizisten sei es nicht gekommen. „Die einzige Öffentlichkeit, die dort tangiert worden sein könnte, war das Sicherheitspersonal“, sagte der Beamte. Er äußerte außerdem die Vermutung, die Sicherheitsleute seien von der Hamburger Polizeiführung auf die Einheit angesetzt worden, um jegliches Fehlverhalten zu dokumentieren.

Welche Konsequenzen den Polizisten drohen, konnte die Berliner Behörde noch nicht sagen. „Man muss uns auch die Zeit geben, die Vorfälle aufzuklären“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt hatte am Dienstagabend von möglichen Disziplinarmaßnahmen gesprochen. (kln, mit dpa)