Gut möglich, dass sich der Verantwortliche bei RTL, dem vor vielen Jahren die Serie „Pastewka“ angeboten wurde, inzwischen doof geärgert hat. Schließlich haben es die Comedy-Folgen, in denen es um das (vermeintlich) wahre Leben von Komiker Bastian Pastewka geht und in denen Hugo Egon Balder, Michael Kessler, Oliver Kalkofe und andere Prominente als sie selbst in Gastrollen auftreten, beim Konkurrenten Sat.1 schon zur siebten Staffel gebracht.

Die wird von den Fans heiß ersehnt, denn am Ende der sechsten „Pastewka“-Saison haben die Autoren ganz tief in die Kiste mit den Mittelchen gegriffen, die das Publikum bei der Stange halten: Ein Münzwurf sollte damals entscheiden, ob Pastewka seine langjährige Freundin heiratet. Und das Ergebnis dieses Wurfs war für die Zuschauer natürlich nicht zu sehen. Die Zuschauer fragen sich also seitdem, ob demnächst endlich die Hochzeitsglocken läuten.

Wahrscheinlich haben sich die Tickets für die Vorstellung der „Pastewka-Weihnachtsgeschichte“ am Montagabend im Theater am Kurfürstendamm auch deshalb so gut verkauft, weil es bei diesem Fantreffen neben dem Special zum Fest auch die Auftaktfolge von Staffel 7 zu sehen gab.

Ein romantischer Abend

Pastewka selbst, der damit einen schrägen TV-Geschmack offenbart, legt auf diese Feststellung Wert: „Der Abend war mindestens so romantisch wie ‚Das Adventsfest der 100.000 Lichter' vom letzten Samstag in der ARD.“ Und überraschend auch. Am Ende stand nämlich Schlagersänger Bernhard Brink auf der Bühne und sang mit Pastewka und seiner drei Wochen vor dem Fest schon weihnachtlich gestimmten Serienfamilie eine Swing-Version von „White Christmas“.

Wer keine Theaterkarten bekommen hat, kann diese Weihnachtsfolge am 20. Dezember auf Sat.1 sehen. Die siebte Staffel erfordert allerdings noch etwas mehr Geduld. Pastewka: „Die zehn neuen Folgen sind noch nicht ganz fertig.“ Im Frühjahr sollen sie dann aber auch endlich laufen.

Der besondere Charme der Serie „Pastewka“ besteht darin, dass man einem Prominenten beim Scheitern zuschauen kann und der – auch wenn das oft wirklich nicht vorteilhaft wirkt – den pseudodokumentarischen Schein aufrecht erhält. In Wahrheit soll Pastewka gar nicht so ein selbstsüchtiger Typ sein, wie man aus seiner Umgebung hört.