Polizisten begleiteten die Rückkehrer auf ihrem Weg durch die Stadt.
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Berlin - Fast drei Stunden später als geplant setzte der Airbus der Luftwaffe „Kurt Schumacher“ in Tegel auf und rollte zum abgeschirmten militärischen Teil des Flughafens. Zunächst war die Landung der Rückkehrer aus China auf dem Flughafen in Schönefeld erwogen worden, weil der Weg zum Krankenhaus in Köpenick kürzer gewesen wäre.

Doch in Schönefeld wäre es schwieriger gewesen, die Leute von der Öffentlichkeit fernzuhalten, sagte ein DRK-Funktionär. Für die Rückkehrer aus Europa war es eine anstrengende Rückreise. Eine britische Air-Force-Maschine, gechartert von der britischen Regierung, hatte die Europäer aus Wuhan ausgeflogen. Es waren Kinder, Frauen und Männer, die den ersten Rückholflug vor einer Woche nicht geschafft oder sich zu spät gemeldet hatten.

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Die Maschine aus China war am Sonntag um 7.30 Uhr (8.30 Uhr MEZ) auf dem Militärflughafen Brize Norton nahe Oxford gelandet. Dort standen bereits die deutsche Maschine der Bundeswehr sowie ein italienisches Flugzeug zum Weitertransport bereit. Nach den Planungen sollten die Deutschen zusammen mit Rückkehrern aus Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich, Polen und Rumänien zunächst nach Berlin gebracht werden.  

Mit dem Mannschaftswagen der DRK durch Berlin

Dort warteten bereits ein polnisches, ein rumänisches, ein österreichisches und ein luxemburgisches Flugzeug, um die Landsleute aufzunehmen und in die Heimat zu bringen. Die Holländer und Belgier blieben solange in der deutschen Maschine sitzen. Diese startetet dann nach Eindhoven in den Niederlanden, weil das Flugzeug dort gewartet werden soll.

Die Belgier sollen von Eindhoven per Fahrzeug nach Hause gebracht werden. Zeugen berichteten, dass die Passagiere von Männern in Schutzanzügen empfangen wurden. Kurz nachdem die Passagiere das Flugzeug verlassen hatten, wurden sie von einem Amtsarzt und dessen Crew untersucht. Dabei ging es um die Kontrolle, ob sich die Kinder, Frauen und Männer wohlfühlen, Symptome der Viren haben oder gar unter Fieber leiden. Das sei bisher nicht der Fall gewesen, hieß es am Flughafen. 

Nach der Kontrolle wurden die 20 Patienten in Mannschaftswagen des DRK, deren Scheiben abgedunkelt worden waren, ins Krankenhaus Köpenick gebracht. Freiwillige Helfer des DRK kümmerten sich während der Fahrt um die Betroffenen. Der Konvoi wurde von Polizisten begleitet. In Berlin können bis zu 20 Hochrisiko-Patienten, die sich infiziert haben gleichzeitig behandelt werden. Die größte Isolierstation deutschlandweit befindet sich an der Charité.

Solche Einrichtungen und deren Betrieb sind sehr personalintensiv. Nach Informationen von Experten müssen im Krankenzimmer immer zwei besonders geschulte Fachleute anwesend sein, also ein Arzt und ein Pfleger. Sie arbeiten unter Vollschutzanzügen. Wegen der Strapazen dürfen sie nicht länger als drei Stunden am Tag arbeiten.