Schulleiter Thomas Albrecht hat sich in einem Brief, den er den Elternsprechern und seinem Kollegium geschrieben hat, für die Vorfälle entschuldigt. Er habe religiöses Mobbing und Diskriminierung an seiner Schule bisher verharmlost. Zugleich räumte er weitere Vorfälle ein. Er verspricht in dem Schreiben Konsequenzen aus den Vorfällen zu ziehen. Von dem Brief berichten mehrere Medien, unter anderem die B.Z. und die Bild.

Wie die Berliner Zeitung zuerst berichtete, war an dieser Grundschule vor kurzem eine Zweitklässlerin von Mitschülern aus muslimischen Familien beschimpft worden. Ein Mitschüler soll gedroht haben, sie umzubringen, weil sie nicht an Allah glaube. Der Schulleiter Thomas Albrecht hatte diesen Vorfall mit dem jüdischen Mädchen bisher als Einzelfall bezeichnet. 

Weitere Fälle von religösem Mobbing

In dem Brief an die Elternvertreter und das Kollegium räumt er weitere Vorfälle religiöser Diskriminierung an seiner Schule ein. „Kinder unserer Schule wurden von einigen Kindern allein aus dem Grund, dass sie nicht an Allah glauben, bedrängt“, schreibt er.

Er schildert, wie einem Kind prophezeit wurde, es werde „in der Hölle verbrennen“, weil es nicht an Allah glaubt. Einem weiteren Kind wurden aus dem selben Grund Schläge und der Tod angedroht. Schulleiter Thomas Albrecht verspricht, die Geschehnisse direkt nach den Osterferien aufarbeiten zu wollen. Kindern soll in Projekten bewusst gemacht werden, dass solch ein Verhalten an dieser Schule nicht geduldet werde.

„Menschenverachtende Vorgänge wie oben beschrieben gehören nicht in unsere Schule, nicht in unsere Gesellschaft und wir verurteilen diese Vorfälle“, heißt es seitens der Schulleitung jetzt.

Krisensitzung in den Osterferien

Am frühen Mittwochabend ist es wegen des Mobbing-Falls an der Paul-Simmel-Grundschule in Tempelhof zu einem Krisentreffen in der Senatsbildungsverwaltung gekommen. Die Eltern des bedrohten Mädchens trafen auf den Schulleiter, moderiert wurde das Gespräch vom zuständigen Schulaufsichtsbeamten und der Antidiskrimierungsbeauftragten der Bildungsverwaltung, Saraya Gomis.