Berlin - Es ist Nachmittag, aber Paul van Dyk hat noch das Make-up vom Frühstücksfernsehen im Gesicht, als wir ihn in einem Hotelzimmer in Friedrichshain treffen. Vor dem Panoramafenster hängt der Himmel regenschwer über der Spree. Van Dyk gibt an diesem Tag ein Interview nach dem anderen, sein Buch „Im Leben bleiben“, wird er am Abend noch im Frannz Club vorstellen. Früher wäre so ein Tag für Paul van Dyk, der als DJ im Jahr sechzehn Mal um die Welt flog, keine große Herausforderung gewesen. Aber vor drei Jahren änderte sich alles. Am 27. Februar 2016 stürzte er bei einem Auftritt in Utrecht in den Niederlanden in sechs Meter Tiefe von der Bühne. Er erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, seine Wirbelsäule war zweimal gebrochen. Er würde nie wieder gehen und sprechen können, befürchteten die Ärzte. Vier Monate später stand er wieder auf der Bühne. Im Interview spricht er über seinen mühevollen Weg zurück ins Leben, über seine Jugend in Ost-Berlin und die Frage, warum der Stadt heute der Coolness-Faktor fehlt.