Berlin - Vom Prunk der Touristenmeile zeugt an dieser Stelle nichts. Dort, wo edle Boutiquen und gläserne Fassaden aus Mitte den Kreuzberger Sozialwohnungen weichen, hat die mazedonische Künstlerin Nada Prlja eine Barrikade errichten lassen: zwölf Meter breit, fünf Meter hoch, aus Wellblechen und Spanplatten. Die Künstlerin will damit auf die soziale Spaltung in der Stadt aufmerksam machen, denn gerade die Friedrichstraße teile in zwei soziale Hälften. Und diese eigentlich unsichtbare Stelle sozialer Trennung soll mit der Mauer optisch begreifbar werden.

Die südliche Friedrichstadt, das Viertel um den Mehringplatz, gilt als Kiez mit hoher Arbeitslosenquote und vielen Familien mit ausländischen Wurzeln. Etwa 70 Prozent der Kinder leben dort in Hartz IV-Haushalten, berlinweit sind es 37 Prozent. So begreift Prlja ihr Kunstwerk auch als gewollte Provokation und politisches Statement. „Unsere Gesellschaft funktioniert auf faszinierende Weise“, sagt sie, „nichts fürchten wir mehr, als die Störung unserer Annehmlichkeiten“.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.