Pech für die Fahrgäste der U2 am Alex: U-Bahn-Sperrung dauert noch länger

Zuletzt hieß es bei der BVG, dass die Züge ab Februar wieder wie früher fahren könnten. Doch inzwischen  wird immer deutlicher: Daraus wird nichts.

Im U2-Bahnhof Alexanderplatz wurde der Bahnsteig am stillgelegten Gleis nach Pankow zunächst mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Inzwischen stehen hier massive Zäune.
Im U2-Bahnhof Alexanderplatz wurde der Bahnsteig am stillgelegten Gleis nach Pankow zunächst mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Inzwischen stehen hier massive Zäune.Berliner Zeitung/Peter Neumann

Pendelverkehr, Umsteigezwänge, längere Fahrzeiten: Die Teilsperrung der U-Bahn-Linie U2 unter dem Alexanderplatz nervt die Fahrgäste – nun schon seit genau zwei Monaten. Zuletzt hieß es, dass die Züge auf diesem Teil der Strecke möglicherweise ab Februar 2023 wieder wie früher verkehren können. Doch es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass daraus nichts wird. Inzwischen nennen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) keinen Termin mehr, wann die Einschränkungen auf der U2 in Mitte wieder aufgehoben werden. Nach Informationen der Berliner Zeitung sind die entsprechenden Dienstpläne für das Fahrpersonal schon mal bis Mitte März 2023 verlängert worden.

Auf der U2 müssen die Fahrgäste zwischen Klosterstraße und Senefelderplatz in einen Pendelverkehr umsteigen. Weil lediglich das Gleis Richtung Westen zur Verfügung steht und es unterwegs keine Weichen gibt, ist auf dem langen Abschnitt nur ein 15-Minuten-Takt möglich. Sehr zum Ärger der Fahrgäste, die längere Reisezeiten einkalkulieren müssen. Viele sind auf andere Routen ausgewichen. In der U2 ist es leer geworden.

Sanierungskonzept für den Tunnelbahnhof steht fest

Seit dem 7. Oktober ist das Gleis nach Pankow schon gesperrt. Damals zogen die Technische Aufsichtsbehörde von Berlin und die BVG die Notbremse, nachdem der U2-Bahnhof Alexanderplatz immer weiter abgesackt war. Bei der Setzung hatte sich das unterirdische Bauwerk aus unbewehrtem Beton von 1913 um 3,1 bis 3,6 Zentimeter gesenkt. Das französische Immobilienunternehmen Covivio, das nebenan ein Hochhaus mit Zwillingstürmen errichtet, hatte bereits die Bauarbeiten gestoppt – bis heute.

Wie berichtet haben sich die Covivio und die BVG im Grundsatz auf ein Sanierungskonzept geeinigt. Von der Hochhaus-Baugrube aus soll eine Zementemulsion unter das rissige Bahnhofsbauwerk gepumpt werden. Dafür muss der Investor Genehmigungen des Bezirksamts Mitte einholen. Doch damit geht es aufseiten des Bezirks nach Einschätzung der BVG nur schleppend voran.

BVG: „Leidtragende sind natürlich in erster Linie die vielen Fahrgäste der U2“

Als der Aufsichtsrat des Landesunternehmens am Montag tagte, habe sich Finanz-Staatssekretärin Barbro Dreher sehr unzufrieden mit dem Verhalten des Bezirks gezeigt, wird berichtet. Im Bezirksamt hieß es dazu, dass die Sondernutzungsgenehmigung des Straßen- und Grünflächenamts Mitte auf „einem guten Weg“ sei. Allerdings sind nach Einschätzung von Beobachtern weitere Verwaltungsakte erforderlich.

Auch bei der BVG wünscht man sich, dass die Verfahren schneller fortschreiten. „Leidtragende sind natürlich in erster Linie die vielen Fahrgäste der U2“, mahnte Sprecher Jannes Schwentu. „Sie müssen sich alternative Verbindungen suchen oder mit dem Umstieg in den Pendelverkehr längere Fahrzeiten und zusätzliche Umstiege in Kauf nehmen. Das bedauern wir sehr. Zugleich danken wir für das Verständnis, dass es aktuell nicht anders geht als mit dem eingleisigen Zugverkehr im Bereich Alexanderplatz.“

Selbst wenn alle Genehmigungen da sind, wird die Sanierung einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es in Aufsichtsratskreisen. „Der Beton muss trocknen und aushärten“, so eine Erklärung. „Dann sind auf dem Gleis nach Pankow Testfahrten erforderlich“ – ohne Fahrgäste. Anschließend müssten Gutachter attestieren, dass das Bauwerk erfolgreich stabilisiert worden ist, auch das benötige Zeit. Damit sei klar, dass sich die Teilsperrung der U2 am Alexanderplatz mindestens bis ins Frühjahr 2023 hinziehen wird.

„Aufgrund der Vielzahl der Beteiligten, wechselseitiger technischer Abhängigkeiten und hoher Sicherheitsstandards ist die Abstimmung und Durchführung von Maßnahmen arbeitsintensiv“, erklärte Covivio-Sprecher Barbara Lipka. „Covivio arbeitet gemeinsam mit der BVG, allen beteiligten Unternehmen und den zuständigen Behörden mit Hochdruck daran, die Ausführungsplanung zur Sanierung und Sicherung des Tunnels zu realisieren.“


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