Pelzmode: Der Trend geht zum Pelz

Pelz liegt im Trend, jedenfalls im nächsten Winter. Das bewiesen auf der gerade beendeten Fashion Week in New York die berühmtesten Designer der USA. Und längst findet sich echter Pelz nicht mehr nur auf dem Laufsteg. „Während der New Yorker Fashion Week sieht man Pelz mittlerweile sehr häufig auf den Straßen“ sagt Katja Schweitzberger, Redaktionsleiterin des Online-Modemagazins Les Mads, „aber auch bei Designern und Besuchern der Berliner Modewoche Anfang des Jahres war Pelz präsent“.

Echter Pelz ist nicht mehr den teuren Designermarken vorbehalten. Besonders China produziert mittlerweile so günstig, dass echte Stücke auch in Europa preiswert angeboten werden können. So kann es vorkommen, dass Kunden unbeabsichtigt Pelz kaufen, weil sie gerade bei kleineren Pelzteilen wie Kapuzen aufgrund des niedrigen Preises gar nicht mit echtem Pelz rechnen.

Taschenanhänger, Bommelmützen, Kapuzen

Der Trend geht zu ebensolchen pelzigen Accessoires – Taschenanhängern, Bommelmützen, Kapuzen. „Man trägt nicht mehr den dicken Nerzmantel, aber die Akzeptanz für kleine Pelzstücke ist gestiegen“. Auch Pelze aus dem Second Hand-Shop erfreuen sich großer Beliebtheit. „Viele Menschen sehen in Vintage-Pelzen eine Alternative, weil sie schon einmal gekauft und getragen wurden und der Kauf so nicht direkt die gegenwärtige Pelzindustrie fördert.“

Doch es muss nicht immer echt sein. 2010 überraschte Karl Lagerfeld mit einer Kollektion von Accessoires aus Kunstpelz. Im Januar präsentierte unter anderem die Designerin Rebecca Ruétz auf der Berliner Fashion Week sogenanntes „fake fur“, und das englische Label „Shrimps“ setzt auf kunterbunte Kunstpelze.

Auch Stella McCartney zeigte kürzlich erstmals Kunstpelz in ihrer Kollektion. Die Designerin, die sich gegen tierische Produkte in der Mode einsetzt, hatte bislang auch auf künstliche Alternativen zu Pelz verzichtet, um die Optik nicht zu bewerben. „Dass sie nun doch auf Kunstpelz als Alternative hinweist, zeigt, wie wichtig der Trend zu Pelzoptik geworden ist“ sagt Schweitzberger, „aber man muss sich nichts vormachen, für viele Luxusmarken gibt es leider keine Alternative zu echtem Pelz“.

Sie selbst sieht das Thema kritisch. „Kollektionen, die stark auf Pelz setzen, haben wir bei Les Mads bislang häufig nicht gezeigt“, sagt sie, „und auch wenn es jetzt wegen des starken Trends erforderlich wird, werden wir weiterhin Kritik an echtem Pelz äußern und auf Alternativen wie Kunstpelze hinweisen“.