Potsdam - Immer mehr Berliner pendeln ins Land Brandenburg. Ihre Zahl ist von 2005 bis Ende Juni 2016 um 40,8 Prozent gestiegen – auf rund 85.000. Das teilte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mit. Er bezog sich auf eine aktuelle Statistik der Bundesanstalt für Arbeit. Damit nahm der Pendlerverkehr nach Brandenburg deutlich stärker zu als in der Gegenrichtung. Die Zahl der Brandenburger, die in Berlin arbeiteten, wuchs im Vergleichszeitraum auf rund 203.000 – um 32,2 Prozent.

Der Pendlerverkehr von Berlin nach Brandenburg konzentrierte sich auf Potsdam (14 107 Berufstätige)sowie auf die Landkreise Dahme-Spreewald (13 132) und Oberhavel (10 378). Die wenigsten Arbeitnehmer steuerten den Landkreis Elbe-Elster im Süden Brandenburgs an – gerade mal 154.

Umgekehrt kam der größte Teil der Berlin-Einpendler aus dem Landkreis Oberhavel. Laut Statistik machten sich dort Mitte des vergangenen Jahres 32.444 Arbeitnehmer nach Berlin auf. Aus dem Barnim fuhren 27 578 Pendler in die Hauptstadt, aus Märkisch-Oderland 25.362.

Plusbus lockt Fahrgäste an

Der zunehmende Verkehr in beiden Richtung macht sich auf den Straßen und Autobahnen bemerkbar. „Viele Pendler würden gern auf die Bahn umsteigen. Weitere Park-and-Ride-Plätze müssen geschaffen werden“, sagte Jörg Becker vom ADAC. Ein Konzept fehle. Brandenburger Gemeinden verplanen die Bereiche rund um die Bahnhöfe lieber anders – nicht für Pendlerparkplätze.

Auch das Fahrtenangebot im Regionalverkehr hat mit der Entwicklung nicht Schritt gehalten. Allein von 2001 bis 2015 ist die Zahl der Fahrten, die in Berlin und Brandenburg mit Regionalzügen zurückgelegt wurden, um mehr als 80 Prozent gestiegen. Das Zugangebot wurde jedoch so gut wie nicht erweitert.

„Der Plusbus ist eine starke und erfolgreiche Antwort auf die heutigen Herausforderungen an den öffentlichen Nahverkehr“, sagte VBB-Chefin Susanne Henckel. Im Potsdam-Mittelmark wurde auf vier Linien das Angebot erweitert. Die Busse fahren öfter und zu festen Minutenzeiten. Das zahlte sich aus: Die Zahl der Fahrgäste stieg seit Dezember 2014 um zehn Prozent.