Ein steifer Wind weht über der Uckermark. Johanna Häger lässt ihren Blick über die umliegenden Felder schweifen. Wo Großstädter befreit von der Enge der Häuserfluchten Weite atmen, sieht Johanna Häger die Herausforderung.
Die vergangenen sieben Jahre hat sie damit verbracht, die Winde zu bändigen, dass sie ihr nicht mehr den fruchtbaren Boden davontragen. Monatelang hat sie die Landschaft beobachtet; hat dann Modelle aus Lehm gebaut, um herauszufinden, wie das Regenwasser über das Gelände läuft; dann ließ sie Radlader kommen, grub damit die Erde um, pflügte breite Pfade hinein, schob die Schollen zu Hügeln auf, riss eine Wunde in die Landschaft.

Wenige Wochen später begann diese Wunde zu blühen, aus den Wällen schossen Kornblumen, wilde Margeriten und Mohn. Ihre Samen hatten in der Erde geschlummert. Wenn man so will, hat Johanna Häger sie nur geweckt. Danach pflanzte sie Gehölze, die schnell wachsen: Birken, Weiden, Pappeln, dann Obst- und Walnussbäume, Linden, Rosen, Felsenbirnen, Schlehen, Holunder, Hasel.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.