So richtig gelungen, muss man sagen, wäre eine Umbenennung der Zimmerstraße (am Checkpoint Charlie) in Peter-Fechter-Straße eigentlich nur dann, wenn sie an diesem Freitag, Fechters 50. Todestag, auch stattfinden könnte. Stattdessen überschlägt sich jetzt nur die Debatte darüber termingerecht. Aber wenn dies der entscheidende Schritt wird, dann sei es drum: Es ist ein guter Vorschlag. Wenn der Bezirk klug ist, dann setzt er ihn um. Wenn der Bezirk sehr klug wäre, dann wäre der Vorschlag vor einem Jahr von ihm gekommen. Und nicht von außen, so scharf betrieben von einigen Medien, dass die Fechter-Debatte immer auch ein wenig nach Rache-für-Rudi-Dutschke aussieht.

Die Geschichte von Peter Fechters Sterben an der Mauer ist dabei so vielschichtig, dass es mit einem Straßenschild nicht getan ist. Sie gehört ausführlich erzählt, was zum Beispiel das am Checkpoint geplante Museum zum Kalten Krieg leisten könnte. Denn Fechters Tod zeugt zwar zuallererst, aber eben nicht nur vom mörderischen Grenzregime der DDR. Sondern auch etwa davon, dass der Kalte Krieg ein Unterfangen mit beidseitigem Nutzen war. „Stand fast, do nothing“, lautete die US-Order an die GIs am Checkpoint: „Halten Sie die Stellung, tun Sie nichts“.

Verbürgt sind die wütenden Reaktionen von West-Berlinern, nicht nur wegen der tödlichen Schüsse der DDR-Grenzer oder wegen Ulbrichts Schießbefehl, sondern auch, weil der Westen nicht eingriff. Willy Brandt, der Regierende Bürgermeister, musste damals einsehen, dass sich die eigene Schutzmacht mit der Mauer offenbar abgefunden hatte. Auch die Geschichte der fast arrangiert wirkenden, ikonografisch aufgeladenen Fotografie, als die Grenzer den verblutenden 18-Jährigen davontragen, gehört dazu. Ohne dieses Foto wäre Peter Fechter vermutlich längst vergessen.