Petri Heil: Diese Brandenburger Seen sind bei Anglern besonders beliebt

Das Naturerlebnis Angeln erfreut sich in Berlin und Brandenburg immer größerer Beliebtheit. Zwei Seen sind laut einer aktuellen Erhebung besonders gefragt.

Auch schön: Angeln bei Sonnenuntergang am Dranser See (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis_Ostprignitz-Ruppin">Ostprignitz-Ruppin</a>).
Auch schön: Angeln bei Sonnenuntergang am Dranser See (Ostprignitz-Ruppin).Imago

Angeln galt lange als ödes Rentnerhobby, erlebt aber inzwischen eine Renaissance. Auch Promis wie der Rapper Marteria sind bekennende Angelfans. Der gebürtige Rostocker erzählte 2021 im Podcast „Angebissen“, dass ihm das Fischen in den Wurzeln liege: „Mein Vater war Seemann, mein Opa ist Fischer. Ich war schon als Zweijähriger auf der Mole in Warnemünde angeln. Das ist bei uns ganz normal gewesen.“

Für ihn sei das Angeln ein schöner Ausgleich: „In der Natur zu sein und abends selbst gefangenen Fisch zu essen, ist mit das Schönste, was es so gibt“, so der 39 Jahre alte Musiker, der wegen seines Hobbys auch schon mal Ärger mit Tierschützern hatte. 

Nicht nur oben an der Ostseeküste kann man die Rute auswerfen, auch Brandenburg ist Anglerland. Wer rund um Berlin fischen gehen will, dem steht eine riesige Auswahl an Gewässern zur Verfügung. Kein Wunder also, dass Brandenburg neben Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zu den Bundesländern zählt, in denen Angeln am beliebtesten ist. Schätzungen zufolge ist in jedem fünften Haushalt mindestens eine Person aktiver Angler.

Ob fließendes oder stehendes Gewässer, an der Oder (wo nach dem großen Fischsterben das Angeln seit ein paar Wochen wieder erlaubt ist), am großen Müllroser See oder den Teichen des Forellenhofes Rottstock – Brandenburg hat Hunderte ausgewiesene Angelgewässer zu bieten, die mit einem vielfältigen Fischbestand punkten. Außerdem sind die behördlichen Auflagen im Nachbarbundesland nicht so streng: In Brandenburg ist es möglich, ohne Fischereischein auf Friedfische angeln zu gehen.

Ein besonders begehrtes Gewässer, nicht nur bei Anglern: der Scharmützelsee (Oder-Spree).&nbsp;
Ein besonders begehrtes Gewässer, nicht nur bei Anglern: der Scharmützelsee (Oder-Spree). Patrick Pleul/dpa

Angeln darf, wer eine Fischereiabgabe entrichtet und eine Angelkarte erworben hat. Beides erhält man bei den Unteren Fischereibehörden, bei Fischern, Angelläden, Touristeninformationen oder Verbänden. Auch online bekommt man die Dokumente. Für die Raubfischangelei ist zusätzlich ein Fischereischein (Angelschein) erforderlich.

Wem die Auswahl anhand der zahlreichen Gewässer schwer fällt, dem kann vielleicht ein neues Ranking weiterhelfen auf der Suche nach dem perfekten Angelspot. Das Portal Traum-Ferienwohnungen hat für den großen Angel-Index untersucht, welche Seen beliebt sind und wo das Auswerfen des Köders besonders kostengünstig ist.

Tausende Postings bei Instagram: Scharmützelsee und Senftenberger See

Zwei Brandenburger Seen gehören zu den Top 20 der beliebtesten Fischereigewässer, gemessen an den Erwähnungen auf Social Media. Auf Platz 11 liegt demnach der Scharmützelsee mit 30.000 Posts bei Instagram, auf Platz 13 der Senftenberger See mit gut 19.000 Posts. 

Der Senftenberger See erfreut sich bei Touristen großer Beliebtheit. An ausgewiesenen Stellen ist Angeln möglich.
Der Senftenberger See erfreut sich bei Touristen großer Beliebtheit. An ausgewiesenen Stellen ist Angeln möglich.dpa

Verglichen mit den großen Playern ist das eher wenig: Der Bodensee kommt bei Instagram auf knapp 2,3 Millionen Posts und ist damit laut der Erhebung der beliebteste deutsche Angelsee, gefolgt vom Chiemsee und Starnberger See in Bayern. Man kann das mit der Beliebtheit natürlich auch anders sehen: An viel erwähnten und fotografierten Orten ist dann auch viel los. Und das mögen Angler ja bekanntlich gar nicht.

Und was fällt fürs Fischen an Kosten an? In Brandenburg kostet die Fischereiabgabe, die für ein Kalenderjahr gilt, für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren 2,50 Euro und für einen Erwachsenen 12 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Angelkarten für das jeweilige Gewässer. So kostet die Tagesangelkarte am Scharmützelsee 9 Euro für Erwachsene und 5 Euro für Kinder.