Berlin - Die Enthüllungen über den Betreiber mehrerer Berliner Flüchtlingsheime, PeWoBe (Professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft), werden immer bizarrer: Seit Monaten berichten Flüchtlingshelfer über untragbare Zustände in dem Hellersdorfer Flüchtlingsheim an der Maxie-Wander-Straße. Nach mehreren Überprüfungen hat der Senat der PeWoBe inzwischen gekündigt.

Nun berichtet die "Bild"-Zeitung über interne E-Mails von PeWoBe-Mitarbeitern, in denen Flüchtlinge als "maximal Pigmentierte" verhöhnt werden. Die Mitarbeiter tauschten sich in den Mails darüber aus, was mit einer 5000-Euro-Spende von "BMW-Gutmenschen" für die PeWoBe-Unterkunft in der Lichtenberger Bornitzstraße geschehen solle.

Ausgerechnet die Leiterin des Hellersdorfer Flüchtlingsheim Peggy M. soll demnach vorgeschlagen haben, eine "Kinderguillotine" zu errichten - ein Vorschlag, der von Birgit B. laut "Bild" folgendermaßen gutgeheißen wird: "mal was anderes als das Standartprogramm".

Diese Enthüllungen gewinnen nochmals an Brisanz, weil  Peggy M. sich zuvor öffentlich von ihrer früheren Mitgliedschaft bei der rechtsextremem DVU, für die sie sogar als Kandidatin aufgetreten war, distanziert hatte.

Über die Zustände in dem Lichtenberger Flüchtlingsheim der PeWoBe berichtet nun der Tagesspiegel: So würden dort Essensreste im Flur gelagert, es gebe Ungeziefer, Sanitäranlagen seien teils nicht nutzbar. Kündigten die Behörden Kontrollen an, würden Flüchtlinge zum Putzdienst abkommandiert. Freiwillige seien von der Verwaltung davon abgehalten worden, den Flüchtlingen zu helfen.

Laut B.Z. fordert der Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, Tom Schreiber nun, die Staatsanwaltschaft müsse gegen die PeWoBe ermitteln.