Berlin - Im Frühjahr wurden sie beklatscht, gefeiert und mit dem Attribut der Systemrelevanz bedacht, fast so, als hätte man ihnen eine Medaille um den Hals gehängt. Es gab politische Bekenntnisse, ihre Bedingungen würden sich bald bessern. Doch wie geht es den Krankenpflegern heute, gut ein halbes Jahr nach dem Beginn der Pandemie und kurz vor dem Lockdown light? „Ich habe das Gefühl, dass es schlimmer geworden ist“, sagt Dana Lützkendorf, Intensivpflegerin auf einer Covid-19-Station in der Charité. Die Reduzierung der Krankenversorgung im Frühjahr und vom Gesundheitsministerium verordnete Freihaltung der Betten habe zu einem finanziellen Engpass geführt, der nun wieder wettgemacht werden müsse.

Die Krankenschwester hatte einen Zuschuss von 450 Euro für die Mehrarbeit erhalten, auf die versprochene Corona-Prämie wartet sie bis heute. Doch was ihr vor allem fehlt, ist die gesellschaftliche Wertschätzung, die Anfang des Jahres noch deutlich vernehmbar war: „Es gab keine positiven Konsequenzen nach dem ganzen Jubel.“ Dabei klingt ihr Wunsch eher bescheiden. Lützkendorf will lediglich mehr Kolleginnen und Kollegen: „Es fehlt an Intensivpflegepersonal, und das prangern wir schon seit Jahren und nicht erst seit gestern an. In der Pandemie fällt uns dieser Mangel jetzt vor die Füße – bundesweit.“

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.