Berlin - Den größten Applaus erhält eine Zahl: 8397. So viele Unterschriften hat die Gewerkschaft Verdi für eine Petition ihrer Berliner Krankenhaus-Bewegung gesammelt. 8397 Beschäftigte der kommunalen Klinikkonzerne Vivantes und Charité nehmen den Senat nun in die Pflicht, sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. So schallt es auch über den Platz vor dem Roten Rathaus in Mitte, hinweg über rund 1000 Menschen mit ihren Fahnen und Transparenten an diesem 12. Mai, dem Tag der Pflege. Sie halten Sicherheitsabstand: Charité auf roten Kringeln aus der Sprühdose, Vivantes auf grünen. Sie demonstrieren für eine gerechte, eine einheitliche Bezahlung, geregelt nach einem „Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst“ (TVöD). Sie demonstrieren für einen „Tarifvertrag Entlastung“ (TVE). Sie stellen ein Ultimatum: In 100 Tagen drohen Streiks, sollten bis dahin keine Fortschritte in den Verhandlungen mit den Arbeitgebern erkennbar sein.

„Es muss endlich schnell zu Ergebnissen kommen“, sagt Meike Jäger, die bei Verdi Berlin dem Fachbereich Gesundheit vorsteht. „Wir hatten drei Runden, die sich sehr in Details verloren haben. Außerdem sind Treffen einmal im Monat zu wenig.“ Die Geschäftsführung von Vivantes verweist darauf, dass sie als Mitglied des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Berlin einen TVE nicht eigenständig verhandeln dürfe. Weil zudem Fachkräfte fehlten, müsste Vivantes Leistungen reduzieren. Ein TVöD wiederum führe zu 35 Millionen Euro zusätzlichen Schulden. Meike Jäger sagt: „Es ist der Job der Arbeitgeber und der Politik, mit dieser Situation klarzukommen.“

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.