Protest in Berlin für mehr Geld in der Pflege (Archivbild, Mai 2020).
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BerlinIm Frühjahr gab es noch Applaus an den Fenstern und Balkonen für die Pflegekräfte. Ihr Gehalt hat sich bis dato aber noch nicht erhöht. Um in der Krise auch höhere Löhne zu bekommen, ruft die Gewerkschaft Verdi jetzt zu Streiks an der Charité und den Vivantes-Kliniken auf.

Alle Tarifbeschäftigten, Azubis und Praktikanten in den Charité-Häusern wurden aufgefordert, am 29. und 30. September die Arbeit niederzulegen. Das bestätigte Verdi-Sprecher Marko Pavlik am Donnerstag der Berliner Zeitung. Der Streikaufruf richtet sich ebenso an die Beschäftigten von drei bis vier Vivantes-Standorten, darunter das Vivantes-Klinikum in Friedrichshain und das Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg.

Der Streik soll auch die Nacht über gehen. Am 30. September sind Kundgebungen vor dem Roten Rathaus und auf dem Pariser Platz geplant. Die Forderung, die Verdi unterstützt: 4,8 Prozent mehr Lohn (mindestens Erhöhung um 150 Euro im Monat) für die Tarifbeschäftigten, Erhöhung der Azubi- und Studierenden-Gehälter sowie eine Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat zwar angekündigt, Pflegekräften eine Corona-Prämie von einmalig 1000 Euro zu zahlen. Doch das reiche vielen Betroffenen nicht.