Berlin - Spandau ist eingetroffen. Die Beschäftigten der dortigen Vivantes-Krankenhauses werden von den Streikenden auf der Aroser Allee herzlich empfangen. Sie haben sich vor der Zentrale des landeseigenen Klinikkonzerns versammelt, 300 könnten es sein, vielleicht mehr. Sie tragen Warnwesten, auf denen hier und da der Arbeitsplatz notiert ist: Campus Benjamin Franklin, Krankenhaus Neukölln. Gleich ziehen sie weiter zum Virchow-Klinikum. Sie holen den Protest nach, an dem sie am Montag vom Vivantes-Management per einstweiliger Verfügung gehindert wurden.

So formuliert es Meike Jäger, die Verhandlungsführerin von Verdi in diesem Tarifstreit mit Vivantes und der Charité. Der von der Gewerkschaft anberaumte Warnstreik darf per Gerichtsbeschluss vom Dienstag nun doch stattfinden. „Das ganze Land schaut auf uns in Berlin“, ruft Jäger den Demonstranten zu. Mehr als zehn Stationen  hatten sie am Montag komplett bestreikt. „Etliche weitere Betten können für aufschiebbare Maßnahmen nicht belegt werden“, sagt Jäger. „Vor dem Herunterfahren des Streiks waren über 700 Beschäftigte im Ausstand. Das zeigt, wie groß die Bereitschaft ist, sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen.“ Eine Notversorgung der Patienten sei gewährleistet, auch ohne eine schriftliche Vereinbarung mit der Vivantes-Geschäftsführung. Deren Angebot, am Runden Tisch mit einem neutralen Sachverständigen den Konflikt beizulegen, lehnt Jäger ab.

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