Eröffnungsparty zum Tanz in den Mai

„Der Klub war für seine Stammgäste wie ein verlängertes Wohnzimmer“, sagt Betreiber Dom. Nun bekommen sie es wieder, ihr Stück Kiezkultur. Und es werden neue Gäste hinzukommen, denn der Prenzlberg, wie er von Berlinern mal liebevoll, mal spöttisch genannt wird,  ist nicht mehr der, der er mal war. Aber das gilt ja für ganz Berlin, meint Betreiber Dirk.

Nur etwa zwei Kilometer nördlich ist der Klub gezogen, dorthin, wo die Schönhauser Allee zur Berliner Straße wird, zwischen U-Bahnhof Schönhauser Allee und U Vinetastraße, wo Prenzlauer Berg eigentlich schon Pankow ist. „Die Laufkundschaft, die wir in dem Kreuz Pappelallee, Eberswalder Straße hatten, fällt hier natürlich weg“, sagt Dirk. „Aber es kommen oft Leute vorbei, die uns fragen: Was macht ihr hier eigentlich? Und die sich dann freuen, dass sich hier was tut.“

Auf dem Gelände der früheren Weißbierbrauerei Willner sind die Leute vom Klub schon seit 2013, Künstler nutzen das etwa 4000 Quadratmeter große Areal. Nun kehrt das Herzstück zurück, der Klub der Republik öffnet mit einer großen Einweihungsparty am 30. April seine Tore.

Ins alte Trafohäuschen, wo einst große Transformatoren aus der Sowjetunion standen, wurde gerade die Bar eingebaut.

Die Einrichtung ist die selbe wie im alten KdR, „alles original“, sagt Dom. Die runden Sitzecken aus grünem Stoff sind aus dem Café Moskau, generell kommt alles aus dem alten Osten, außer der Parkettboden aus einer Turnhalle, den ein Freund aus dem Westen gestiftet hat.

Die goldenen Tresenlampen sind dieselben wie im alten Klub, sie wurden nur neu angemalt, auf dem Tresen und den Bänken kleben noch alte Aufkleber, die Birnen werden orangefarben leuchten wie damals. Auch das „Maskottchen“, eine Wandtafel mit einer Kellnerinnenfigur, ist wieder dabei.

Kann das funktionieren? Kann man das, was der Klub der Republik war, neu aufleben lassen? „Darüber haben wir in der Gruppe viele Jahre diskutiert. Wir waren uns da uneinig“, sagt Dirk. „Das kann auch rückwärtsgewandt scheinen, so ist es aber nicht gemeint.“

Mittwochs Swing, freitags Elektro

Wie früher soll es im neuen KdR freitags Elektro geben und samstags eine buntere Musikmischung. Richtig festlegen wollen sich Dom und Dirk aber nicht. Lieber machen sie es von den Leuten abhängig, die im Klub spielen wollen. Viele DJs aus der alten Location haben sich bei ihnen gemeldet und freuen sich auf das Revival. Für den Mittwoch ist Swing geplant. „Dafür ist das Parkett super“, freut sich Dom. Auch geraucht werden darf wieder. Und gute Cocktails zu vernünftigen Preisen soll es geben, orientiert an der alten Getränkekarte.

Public Viewing zur EM

Im Sommer wollen die Macher drinnen und draußen EM-Spiele zeigen. Der Klub soll auch ein Angebot sein für Gäste, die nach dem Besuch der Pizzeria und des Biergartens noch etwas trinken oder tanzen wollen. Dass Partygänger in Zukunft extra von Kreuzberg hierher fahren, glauben Dom und Dirk eher nicht. Sie sehen die Anwohner als ihr Publikum.

Warum sie wieder in den Prenzlauer Berg gezogen sind? "Das war eigentlich Zufall." Orte wie die Willner Brauerei gibt es in Berlin nicht mehr oft. Die KdR-Betreiber suchten in ganz Berlin und hatten schließlich Glück, dass sie sich mit dem Besitzer, der Nicolas Berggruen Holding, einigen konnten.

Zehn Jahre Nutzungsrecht

Zusammen mit anderen Kunst -und Kulturschaffenden unterzeichneten sie 2013 einen Zwischennutzungsvertrag, der ihnen vorerst zehn Jahre Nutzungsrecht zusagt. Die Bedingung des Eigentümers war, dass sich der Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes nicht verschlechtern dürfe.

Ob ein Ort wie der Klub der Republik im Prenzlauer Berg von heute seinen Platz findet? Man darf gespannt sein. Die Macher jedenfalls freuen sich auf den Neubeginn.