Neukölln - Bei einer Kundgebung von Kurden haben Teilnehmer am Sonntagnachmittag an der Hasenheide in Neukölln die Polizei attackiert. Drei Beamte wurden schwer verletzt. Bei dem Solidaritätskonzert für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) kam es nach Angaben der Polizei bereits während der Veranstaltung immer wieder zu Verstößen gegen das Versammlungs- und das Vereinsgesetz. So wurden unter anderem verbotene PKK-Fahnen und verbotene Bilder des PKK-Führers Abdullah Öcalan gezeigt.

Die Beamten nahmen die Personalien mehrerer Männer auf. Drei seien als Tatverdächtige zu zurückliegenden Straftaten wiedererkannt und außerhalb des Veranstaltungsraumes festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Bei einer dieser Festnahmen versuchte ein 60-Jähriger einen festgenommenen 23-Jährigen zu befreien indem er die Polizisten schubste.

Gegen 19.20 Uhr alarmierten die Polizisten die Feuerwehr, weil zwei Frauen medizinische Betreuung benötigten. Eine 60-Jährige hatte das Bewusstsein verloren, woraufhin Polizisten die Erstbetreuung übernahmen bis die Rettungskräfte kamen.

Donnerstag folgt weitere Demo gegen türkische Luftangriffe

Nach Angaben der Polizeibeamten reagierten umstehende Personen „emotionalisiert und aggressiv“. Rund zehn Personen hätten die Polizisten mit Schlägen attackiert, so die Polizei. Zwei Angreifer konnten festgenommen werden. Vier Polizisten und eine Polizistin wurden durch die Angriffe verletzt. Drei von ihnen mussten wegen teilweise erheblicher Kopf- und Gesichtsverletzungen im Krankenhaus behandelt werden.

Neben Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungs- und Vereinsgesetz, schrieben die Beamten Strafanzeigen wegen Widerstands, versuchter Gefangenenbefreiung, Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Beleidigung.

Unterdessen richtet sich die Polizei bereits auf den nächsten Krawall ein: Für Donnerstagabend rufen linksradikale Gruppen zur Demonstration am Neuköllner Hermannplatz auf. Dort soll gegen die jüngsten Luftangriffe der türkischen Armee in den Kurdengebieten protestiert werden.