Berlin - Die gelben Umzugswagen sind nicht zu übersehen am Seniorenheim an der Salvador-Allende-Straße 91 in Köpenick. Die Bewohner des Stephanus-Zentrums ziehen in einen Neubau der Diakonie nur wenige hundert Meter weiter. Doch der Plattenbau aus dem Jahr 1976 bleibt nicht lange leer.

Zum 1. November sollen dort Flüchtlinge unterkommen, sagt Bürgermeister Oliver Igel (SPD): „Wir planen eine Notunterkunft für bis zu 150 Menschen.“ Betreiber des Heims wird das Evangelische Jugendfürsorgewerk. Die Flüchtlinge werden aber nicht lange bleiben. Denn das alte Heim soll abgerissen werden, die Wohnungsbaugenossenschaft Amtsfeld plant dort einen Neubau für altersgerechtes Wohnen. Igel: „Bis das Grundstück voraussichtlich 2014 an die WBG übertragen und alles geregelt ist, wollen wir unserer Verantwortung für Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten müssen, gerecht werden.“

Alle Anwohner würden dieser Tage angeschrieben und detailliert informiert. Bei Bedarf soll es zusätzlich öffentliche Veranstaltungen geben. Der Mieterbeirat im Allendeviertel bereitet bereits Hilfsaktionen vor, etwa beim Bau eines Spielplatzes, beim Renovieren von Räumen oder beim Sammeln von Kleidung.

Das Flüchtlingsheim in Köpenick ist eines von zweien, die laut Sozialsenator Mario Czaja (CDU) noch 2013 eröffnet werden. Eine Einrichtung wird an der Pankower Mühlenstraße voraussichtlich im Dezember in Betrieb gehen. Gespräche liefen auch in Steglitz-Zehlendorf, einen Standort dort nannte Czaja noch nicht. In Neukölln soll ebenfalls ein Asylbewerberheim eingerichtet werden, es wird neu gebaut.

Mit der Eröffnung sei Mitte 2014 zu rechnen, so der Senator. Wegen der steigenden Flüchtlingszahlen braucht Berlin dringend Unterkünfte. In diesem Jahr kamen bereits rund 3500 Menschen, bis Jahresende soll die Zahl auf 5000 steigen.