Aktivisten haben es schon wieder getan: Sie haben die Kampgane „Mach was wirklich zählt“ der Bundeswehr gekapert und in ihr Gegenteil verkehrt, nämlich in Häme gegenüber der Armee. Rund um das Verteidigungsministerium in Tiergarten zieren camouflagefarbene Plakate mit Anti-Bundeswehr-Aufschriften die Bushaltestellen und Werbetafeln.

Slogans wie "Bombing for peace is like fucking for virginity" oder "Wir sind dann mal weg. Blitzkrieg in Syrien: Opa wär so stolz gewesen" zieren die Aushänge. Anderswo ist "Wir wünschen frohe, besinnliche Weihnachten an die Heimatfront" zu lesen.

Derartiges Vorgehen nennt man Adbusting: Werbung im öffentlichen Raum wird manipuliert umgestaltet, der Sinn verdreht, entlarvt und vorgeführt. Ein Geniestreich aus den unbekannten Reihen der Kommunikationsguerilla.

Bereits vor wenigen Wochen hatten die Aktionskünstler vom Peng Collective die Werbung der Bundeswehr mit einer kopierten Webseite ins Lächerliche gezogen. Die Berliner Aktivisten prangerten an, die Kampagne verherrliche das Militär und verschweige Krieg, Tod und posttraumatische Störungen.

Diesmal steckt allerdings nicht das Peng Collective dahinter sondern eine Gruppe, die sich "Abteilung zur sichtbaren und inhaltlichen Verschlimmbesserung unhaltbarer Truppenwerbung" nennt. Bei Peng befürwortet man die Aktion der Aktivisten-Kollegen: "Wir finden es immer erfreulich, wenn mehr Leute an unseren Themen arbeiten", sagte ein Mitglied gegenüber berliner-zeitung.de. (BLZ)