Vandalismus und Verfall: Die alte Schwimmhalle auf dem Gelände des künftigen Multifunktionsbads ist nur noch eine Ruine. 
Foto: Camcop Media/Andreas Klug

Pankow - Seit vielen Jahren warten die Bewohner des Bezirks Pankow auf den Bau des neuen Multifunktionsbads in der Wolfshagener Straße. Entstehen soll es auf dem Grundstück mit der Ruine der alten Schwimmhalle und dem bestehenden Freibad. Doch die Planungen   für das Projekt verzögern sich: Das Vorhaben liegt nach Aussagen des Bezirksstadtrats für Stadtentwicklung, Vollrad Kuhn (Grüne), nicht mehr im Zeitplan. Das Bebauungsplanverfahren könne erst 2021 abgeschlossen werden. Im Bezirksamt hofft man, dass die Eröffnung trotzdem 2025 stattfinden kann.

Verkehrssituation und Mäusebussard bereiten Probleme

Der nun verworfene Terminrahmen aus dem Jahr 2018 sah vor, den Bebauungsplan bis 2020 fertigzustellen. Doch war damals noch nicht absehbar, wie umfangreich die nötigen Voruntersuchungen des Bäder-Baus zu Naturschutz, Verkehr, Lärm und Altlasten sein würden. Dies geht aus einer Antwort von Stadtrat Kuhn auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Matthias Zarbock (Linke) hervor.

Erst nach Fertigstellung der Machbarkeitsstudie „Sommerbad Pankow“ habe man genauer ermitteln können, welche Vorarbeiten nötig seien. Die Beauftragung der Fachuntersuchungen, die Abstimmung mit den Ämtern und die Ausschreibung der Planungsleistungen habe zehn Monate gedauert. Im Zuge der verkehrs- und artenschutzrechtlichen Untersuchung sei, so Kuhn, weiterer Klärungsbedarf entstanden.

Die beauftragten Experten waren zum Beispiel auf ein Mäusebussard-Brutpaar gestoßen, woraufhin ein Greifvogelspezialist für die Untersuchung der Horststandorte bestellt werden musste. Probleme bereitete auch die Verkehrssituation um das Grundstück. So erwies sich das übliche Vorgehen, die Belastung der Verkehrsknotenpunkte zu ermitteln, als unzureichend. Einzelne Straßenabschnitte und das Nutzerverhalten mussten genauer betrachtet werden. Der neue Parkplatz soll nun kleiner ausfallen als zunächst vorgesehen.

Bäderbetriebe planen Eröffnung weiterhin für 2025

„Aufgrund der genannten Umstände wird aktuell mit einem Abschluss des Verfahrens zum Jahr 2021 gerechnet“, so Bezirksstadtrat Kuhn. Demnach kann auch der Bau des Multifunktionsbads erst frühestens im kommenden Jahr beginnen.

Die Berliner Bäderbetriebe planen mit einer Eröffnung der Einrichtung weiterhin im Jahr 2025. Aus der Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamts Pankow hieß es am Donnerstag auf Anfrage: „Sofern das Bebauungsplanverfahren in 2021 abgeschlossen werden kann, ändert sich an der Zeitplanung der Berliner Bäderbetriebe voraussichtlich nichts.“

Für die Umsetzung des Gesamtvorhabens müssen zunächst noch Flächentausche zwischen den landeseigenen Bäderbetrieben und Land Berlin stattfinden. Erst wenn eine Einigung erzielt ist, kann der Abriss der verfallenen alten Schwimmhalle angepackt werden.

Das Bad in Pankow


Die Vision: Das neue Bad soll ein Freizeitbad, eine Sauna mit Garten und ein Sportbad beherbergen. Letzteres soll auch fürs Schulschwimmen offen sein. Kosten: 42 Millionen Euro. Auf dem Gelände entsteht auch eine dreizügige Grundschule mit Zweifeld-Sporthalle.

Das Freibad: Das vorhandene Sommerbad Pankow soll während des Umbaus der Gesamtanlage zu einem Multifunktionsbad geöffnet bleiben. Die Berliner Bäderbetriebe  planen eine Schließung nur für den Fall, dass Badegäste gefährdet sein sollten.  

Das alte Hallenbad: Die Schwimmhalle Pankow, die sich ebenfalls auf dem Areal befindet, schloss bereits im Jahr 2000 und wird nun abgerissen. Sie wurde zu DDR-Zeiten 1975 als damals „modernste und größte Schwimmhalle“ im Osten Berlins eröffnet.