Die Einsatzleitzentrale der Polizei am Platz der Luftbrücke, wo am Tag etwa 3700 Notrufe eingehen, ist am Mittwochabend evakuiert worden. Ein Polizeisprecher sagte, beim Einbau einer neuen Klimaanlage seien Brandschutzklappen in der 700 Quadratmeter großen Zentrale entsorgt worden, deren Dichtungen asbesthaltig waren. „Es bestehen Unsicherheiten, ob bei der Entsorgung die Arbeitsschutzbestimmungen eingehalten wurden“, sagte der Sprecher.

Aus Fürsorge für die Mitarbeiter, von denen etwa 40 rund um die Uhr im Einsatz sind, habe sich die Polizeiführung entschlossen, die Mitarbeiter in anderen Räumen des Polizeipräsidiums unterzubringen. Ein Umzug wie dieser wird viermal im Jahr geübt.

Wartezeiten bei Notrufen

Bei vermehrten Notrufen kann es nun zu Wartezeiten kommen, weil es im Ausweichquartier weniger Telefonplätze gibt. Aber der Notruf 110 bleibt erreichbar, das Bürgertelefon und die Internetwache funktionieren jedoch nicht. Für Anfragen und Anzeigen stehen die Abschnitte der Polizei zur Verfügung. Der gesamte Funkverkehr wurde auf die Lagedienste in den sechs Polizeidirektionen umgeleitet. Von dort aus wird auch der Einsatz der Funkwagen koordiniert.

Die Polizei hat eine Schadstoffmessung in Auftrag gegeben, noch am Abend untersuchten Experten die Räume. Messergebnisse werden nicht vor Donnerstagmittag erwartet. Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Bodo Pfalzgraf, sagte am Abend: „Die Zustände in der Einsatzleitstelle sind nicht hinnehmbar. Wir können mit einem gesundheitsgerechten Umbau nicht bis zur Einweihung der geplanten Leitstelle 2023 warten. Jetzt müssen Polizisten wieder einmal politische Fehlleistungen ausbaden.“

Für 80 Millionen Euro soll an der Eiswaldtstraße in Lankwitz eine neue Einsatzleitzentrale entstehen. Sie ist technisch identisch mit der Einsatzzentrale der Feuerwehr. Wenn eine von beiden ausfällt, wechseln die Mitarbeiter in die andere. In der Leitzentrale der Polizei geht alle 24 Sekunden ein Anruf ein, etwa 1,34 Millionen sind es im Jahr.