Überall in Berlin und Deutschland werden händeringend Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge gesucht. Die Gerhart-Hauptmann-Schule in der Ohlauer Straße würde passen. Sie liegt zentral und bietet Platz, wird aber seit mehr als einem Jahr von 20 Flüchtlingen besetzt, die schon länger in Berlin leben.

Nun will der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen Teil des viergeschossigen Gebäudes sanieren und umbauen, um Platz für 100 bis 150 Asylbewerber zu schaffen. Vorher war eine Nutzung als internationales Flüchtlingszentrum mit Beratungsangeboten, Werkstätten und auch Wohnplätzen diskutiert worden.

Die jetzigen Bewohner haben ganz andere, eigene Vorstellungen. Sie wollen in der Schule wohnen bleiben und das Gebäude für „selbst organisierte Projekte“ nutzen, wie es hieß. Wie die „B.Z.“ berichtete, boten die Besetzer am Montag Verhandlungen mit dem Bezirk an und sagten, die Flüchtlinge seien willkommen. Räumen darf der Bezirk nach einem Gerichtsurteil übrigens nicht. Eine mögliche Lösung: Die Notunterkunft kommt, die Besetzer können bleiben – notfalls baulich voneinander getrennt.

Besser als Zelte

Momentan ist die Nutzung als Notunterkunft wahrscheinlich: "Wir haben eine absolute Notsituation. Die Gerhart-Hauptmann-Schule ist ein öffentliches Gebäude und steht zur Hälfte leer", sagt Bezirkssprecher Sascha Langenbach. Vor allem für Familien sei so ein Gebäude die deutlich bessere Alternative zu Zelten.

Vergangene Woche sei daher ein Expertenteam des Bezirkes im rechten Flügel des früheren Schulgebäudes gewesen. "In einigen Räumen sind Arbeiten an den Böden, an der Elektrik oder Maler-Arbeiten nötig", so Langenbach. "Frühestens im November könnte die Notunterkunft bezugsfertig sein." Außerdem gebe es noch keinen Träger für eine mögliche Notunterkunft. (BLZ/dpa)