Berlin - Der von Räumung bedrohte Kreuzberger Buchladen Kisch & Co bekommt Unterstützung aus der Berliner Landesregierung. Vor der Verhandlung über die von dem Vermieter angestrengte Räumungsklage machen sich Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) für einen Verbleib des beliebten Buchladens in der Oranienstraße 25 stark. Eigentümer des Hauses ist die in Luxemburg ansässige Victoria Immo Properties V S.àr.l. In einem Brief an die Gesellschafter schreiben die beiden Senatoren, dass sie diese „um eine lösungsorientierte Intervention“ in dem Fall ersuchen.

Das gewerblich genutzte Haus in der Oranienstraße 25 war im Jahr 2019 von einer Gesellschaft des Unternehmers Nicolas Berggruen an die Victoria Immo Properties verkauft worden – für 35,5 Millionen Euro. Der Mietvertrag des Buchladens lief bis Ende Mai 2020. Zwar bot der neue Vermieter an, die Miete für den 140 Quadratmeter großen Laden von 2800 auf 2450 Euro monatlich zu reduzieren und vom 1. Juli bis 21. Juli ganz auf Zahlungen zu verzichten. Zugleich sollten sich die Betreiber des Buchladens aber verpflichten, die Geschäftsräume zum 31. Dezember 2020 zu verlassen. Darauf ließen sich diese nicht ein – weil es das sichere Ende für die Buchhandlung bedeutet hätte. Die Eigentümer reichten noch im vergangenen Jahr eine Räumungsklage ein. Am 5. Februar sollte eigentlich darüber verhandelt werden. Wie Thorsten Willenbrock, Betreiber des Buchladens, am Freitag mitteilte, wurde der Termin jedoch kurzfristig auf den 9. April verlegt. Als Grund wurde vom Landgericht die „Pandemielage“ und ein „großes Öffentlichkeitsinteresse“ angeführt.

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