Gut ein Jahr nach Einführung einer Fahrradstaffel in Berlin-Mitte ziehen Polizei und Unfallforscher eine positive Zwischenbilanz. Es habe 44 Prozent weniger Unfälle mit Radbeteiligung in besonders gefährdeten Bereichen der Innenstadt gegeben, seitdem 20 Polizisten auf Rädern dort unterwegs seien, sagte der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann, am Montag.

Das Verhalten der Radfahrer habe sich dank der Beamten auf Rädern verbessert. Insgesamt hätten die Polizisten der Fahrradstaffel von August 2014 und Juni 2015 rund 12.000 Ordnungswidrigkeiten geahndet.

Polizeipräsident Klaus Kandt sagte: „Die bisherigen Ergebnisse bestätigen uns in der Annahme, dass es Sinn macht, eine Fahrradstaffel einzurichten.“

Gewerkschaft bewertet Fahrradstaffel positiv

Auch die Polizeigewerkschaft (DPolG) hat ein positives Fazit gezogen. Die Staffel werde von der Öffentlichkeit gut angenommen und sei „keinesfalls wegzudenken“. Die Hauptaufgabe der Radstaffel sei die Überwachung des Straßenverkehrs im Bezirk Mitte, erläuterte Pfalzgraf. Die Polizisten kümmerten sich vor allem um Fahrrad-Rowdys und rücksichtslose Autofahrer. Häufig seien sie mit ihren Rädern schneller vor Ort als ihre Kollegen im Auto.

Die Fahrradstaffel der Berliner Polizei wurde im Juli 2014 eingeführt. Finanziert wird sie von Senat, Polizei und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Der Modellversuch ist zunächst auf drei Jahre angelegt. (dpa)