Polizei beschlagnahmt Tortenkatapult beim AfD-Parteitag in Berlin

Am Sonntag hat die Polizei ein Tortenkatapult beschlagnahmt. Protestierer wollten damit ihren Unmut über die AfD ausdrücken. Laut Polizei versammelten sich am Vormittag etwa 150 Demonstranten vor einem Hostel an der Genslerstraße in Hohenschönhausen.  

Dort veranstaltete die AfD ihren Landesparteitag. Für den Abend war dort die Wahlparty mit Bundeschefin Frauke Petry angesetzt.

Laut Polizei blieben die Proteste gegen die Partei friedlich. Es wurde auch keine Torte geworfen wie am 28. Februar in Kassel, als der Berliner Europa-Abgeordnete Beatrix von Storch eine Sahnetorte ins Gesicht geschleudert wurde. Allerdings hatten Vermummte am Vorabend acht Fenster des Hostels mit Pflastersteinen eingeworfen.

3000 bei Anti-Merkel-Demo

Aus wahltaktischen Gründen hatte die AfD ihren Anhängern dringend nahegelegt, einer anderen Veranstaltung am Vortag fernzubleiben: einer Demo unter dem Motto „Merkel muss weg“. Ein Vorstandsmitglied der Partei Pro Deutschland hatte sie für  Sonnabend angemeldet. Mobilisiert hatte dazu eine Gruppierung mit Namen „Wir für Berlin“. Etwa 3.000 Demonstranten aus dem gesamten Bundesgebiet folgten dem Ruf, um unter anderem gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung zu demonstrieren.  

Teil nahmen unter anderem Hooligans, NPD-Mitglieder und andere Neonazis sowie Leute aus dem Reichsbürger-Spektrum. Auch der ehemalige Linksextremist und heutige rechte Querfrontler Jürgen Elsässer hatte aufgerufen. Aus der Menge hörte man Rufe wie sie auch auf NPD-Demos ertönen: „Wir wollen keine Asylantenheime“, oder „Wer Deutschland nicht liebt, muss Deutschland verlassen“.
Angst vor Solidarität mit Merkel?

Gleichzeitig gab es  Gegenproteste. Gewerkschaften, Kirchen und linke Gruppen  hatten aufgerufen. Es kamen aber  deutlich weniger  als erwartet –  etwa  1000.  Auf  linken Internetseiten wird derweil über diesen Mobilisierungs-Misserfolg diskutiert. Auf Indymedia wird etwa gefragt, ob die Gefahr vermieden werden sollte, sich mit der Kanzlerin und deren Politik zu solidarisieren.

Die Polizei hielt mit 1300 Beamten beide Seiten auf Abstand. Zu größeren Störungen sei es nicht gekommen, teilte die Polizei mit. Im Zug  „Merkel muss weg“ hätten sich einige Teilnehmer vermummt, es seit Pyrotechnik gezündet worden.  Bei einer Gegendemo in der Friedrichstraße habe sich ein Großteil der Teilnehmer vermummt und sei in Richtung der anderen Versammlungsteilnehmer gerannt. Festnahmen gab es nicht.