Berlin - Der für diesen Sonntag angekündigte prorussische Autokorso in Berlin ist abgesagt worden. Das bestätigte die Berliner Polizei der Redaktion der Berliner Zeitung. Zuvor war über soziale Netzwerke die Meldung bekannt gemacht worden, dass die geplante Demonstration nicht stattfinden werde. Spekulationen zufolge habe der Veranstalter selbst zu diesem Schritt gegriffen, weil es mindestens drei angekündigte Gegendemonstrationen geben sollte.

In einem Video vom 23. April gibt einer der Veranstalter konkrete Bedrohungsszenarien als Begründung an. Demnach haben ihn Ermittlungsbehörden gewarnt, dass es zu Angriffen auf den Konvoi kommen könnte. Der Veranstalter gibt kein Datum an, auf das er den Autokorso verschiebt, sagt aber, dass es nach dem 9. Mai liegen werde. Am 8. und 9. Mai sind in Berlin mehrere Veranstaltungen angekündigt, um den Tag der Befreiung (in Deutschland) oder den Tag des Sieges (in Russland) zu feiern.

Mit einem sogenannten „Autokorso für den Frieden“ wollten sich in Berlin lebende Russen einem Aufruf zufolge am Sonntag „gegen Rassenhass, Volksverhetzung, Diskriminierung und gegen den Faschismus“ wenden. Sie wollten demonstrieren, „gegen den Krieg in der Ukraine, für den Dialog am Verhandlungstisch, um das Leiden, Töten in der Ukraine zu beenden“. Ähnliche Veranstaltungen gab es zuvor auch in anderen Städten. Mehr dazu in Kürze.