Berlin - Der Einsatz des Polizeihubschraubers, der Spaziergänger von zugefrorenen Seen und Flüssen vertreiben sollte, hat ein großes Echo ausgelöst. „Er hat zu vielfältigen Meinungen in der Bevölkerung geführt“, wie es am Dienstag im Polizeipräsidium hieß.

Auch auf die Tweets der Polizei zu den Tiefflügen am Wochenende gab es unterschiedlichste Reaktionen. Etwa: „Da gehen also Steuergelder druff.“ Oder: „Ihr habt sie doch nicht mehr alle. Sollen wir jetzt auch aufhören, Auto zu fahren, weil man einen Autounfall haben kann?“ Oder: „Warum werden wir bevormundet?“

Andere wiederum zollten der Polizei Beifall: „Danke an die Berliner Polizei. Ihr seid einfach nur großartig und fleißig, Respekt.“ Oder: „Das ist bei weitem keine Polizeiwillkür, sondern Schutz vor der eigenen Dummheit!“ Oder: „Wenn dein Kind ins Eis einbricht, weil es zu dünn ist, ist das Geschrei wieder groß.“ Nicht selten vergaßen Twitter-Schreiber die Anstandsregeln und zogen übereinander her.

Trotz des Tauwetters waren auch am Dienstag noch Menschen auf den zugefrorenen Eisflächen unterwegs. Das Eis ist derzeit bis zu 15 Zentimeter dick – aber an vielen Stellen bereits noch brüchiger als am Wochenende, als Spaziergänger auf dem Schlachtensee und am Strandbad Rahnsdorf am Müggelsee mit den Füßen eingebrochen waren. Auch ein Vater, der mit einem Kleinkind im Kinderwagen über das Eis lief, war eingebrochen und musste gerettet werden.

Das Betreten der Eisfläche ist nicht verboten, aber gefährlich

Die Polizei kündigte am Dienstag weitere Kontrollen zur Sicherheit auf den Gewässern an und schloss weitere Hubschraubereinsätze nicht aus. Rechtlich sei die Polizei auf der sicheren Seite, dank der polizeirechtlichen Generalklausel von Paragraf 17 des Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetzes.

„Der Hubschraubereinsatz diente der Gefahrenabwehr“, sagt eine Polizeisprecherin. „Das Betreten der Eisflächen ist nicht verboten, aber es birgt eine große Gefahr, insbesondere, wenn es so viele Menschen wie am Wochenende sind.“ Insofern sei vor dem Hubschraubereinsatz abgewogen worden. „Wo es möglich war, wurden die Menschen von den Ufern aus angesprochen. Wo es nicht möglich war oder die Menschen nicht auf Ansprache reagierten, wurde der Hubschrauber genutzt, der das Mittel war, möglichst viele Personen anzusprechen“, so die Sprecherin. Es habe sich auch nicht um Tiefflüge, sondern um Senkflüge gehandelt.

Der Polizeihubschrauber steht auch weiterhin für künftige Senkflüge bereit. Man werde auf ihn zurückgreifen, wenn es Hinweise gebe, dass sich zu viele Personen auf Eisflächen aufhalten, sagt die Polizeisprecherin.

Die Wasserschutzpolizei ist nach eigenen Angaben derzeit rund um die Uhr an den Ufern mit ihren „Eiswagen“ auf Streifenfahrt. Auf den Fahrzeugen führt sie neben Instrumenten zur Messung der Eisdicke auch Rettungsgeräte mit, wie etwa einen Kälteschutzanzug, um sich im Notfall in das eiskalte Wasser zu begeben.