Wedding - Ein Patient hat in Gesundbrunnen einen Pfleger erstochen. Der 30 Jahre alte Bewohner einer Einrichtung für psychisch kranke Straftäter war am Freitagmorgen in die Büros an der Wiesenstraße gekommen. Er selbst lebte im Haus nebenan in einer betreuten Wohngemeinschaft. Kurz nach 10.30 Uhr stach er auf den 39-jährigen Mitarbeiter des Pflegepersonals ein. Kollegen mussten die Tat mit ansehen. Sie werden psychologisch betreut.

Dann flüchtete der Angreifer. Rettungskräfte kämpften über eine Stunde lang um das Leben des Pflegers, doch die Verletzungen waren zu schwer. Mehrere Stunden lang fahndete ein Großaufgebot von Polizisten nach dem Täter. Ein Spezialeinsatzkommando sicherte das Haus und die Umgebung. Ein Hubschrauber kreiste über dem Bezirk, Anwohner wurden gewarnt. „Wir warnen vor dem Mann und rufen zur besonderen Vorsicht auf“, sagte ein Polizeisprecher unmittelbar nach der Flucht. Auch weil zunächst war unklar, ob er bewaffnet war.

Gegen 15.20 Uhr stellte sich der Mann der Polizei in der Nähe des Tatorts. Nach Informationen dieser Zeitung soll der 30-Jährige mit tschetschenischen Wurzeln im März 2016 aus dem Maßregelvollzug entlassen worden sein, wo er wegen versuchten Totschlags ab Juni 2009 eingesessen hatte.

Bei der Entlassung sei ihm die Auflage erteilt worden, eine Ausbildung zu absolvieren und sich von Drogen fernzuhalten. Ein Betreuer sollte ihn unterstützen. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.