Update vom 12.9.2019

Am vergangenen Mittwoch Abend hat die Polizei auf der Autobahn 10 einen Mann erschossen, bei dem es sich um einen von der polnischen Polizei gesuchten Tatverdächtigen handelt - nun gibt es neue Informationen zu dem 25-jährigen Mann. Laut polnischen und ukrainischen Medien soll Pawel R. seine Ex-Freundin getötet haben.  

Anfang September wurde der Mann nach Informationen der polnischen Behörden zudem von einem Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er seine Ex-Freudin, die jetzt erschossene Kristina R., massiv gestalkt hatte.

Demnach soll er ihr nach der Trennung im Sommer dieses Jahres unzählige Nachrichten in sozialen Netzwerken geschickt habe, teils auch solche mit anstößigen Inhalten. Erst vor wenigen Tagen hatte Pawel R. nach Informationen dieser Zeitung Berufung gegen das Urteil eingelegt. 

Update vom 11.9.2019

Bei dem von Polizisten auf der Autobahn 10 erschossenen Mann handelt es sich nach vorläufigen Erkenntnissen um einen von der polnischen Polizei gesuchten Tatverdächtigen. Die Identifizierung des Mannes sei noch nicht vollständig abgeschlossen, sagte Polizeisprecher Torsten Herbst am Donnerstagmorgen. Den bisherigen Ermittlungen nach soll der 25-Jährige am Mittwoch mutmaßlich in Polen eine 26 Jahre alte Ukrainerin erschossen haben.

Wegen des Tötungsdelikts waren die polnischen Kennzeichen des Wagens zur Fahndung ausgeschrieben. Wie die Polizei weiter mitteilte, hatten die Beamten den Mazda mit eben diesen Kennzeichen, gegen 15.30 Uhr am Mittwoch an der Anschlussstelle Hellersdorf auf der A10 nordöstlich von Berlin gestoppt.

Schüsse auf A10: Mann tödlich verletzt

Der Fahrer soll nach Polizeiangaben mit einer Waffe auf die Beamten gezielt und sie auch nach mehrmaligem Auffordern nicht weggelegt haben. Beide Beamte hätten daraufhin mehrfach auf den Mann geschossen und ihn tödlich verletzt. Der Mann feuerte nach bisherigen Erkenntnissen keine Schüsse ab.

Mann soll eine Frau in Polen getötet haben

Nach Angaben der polnischen Polizei hatte der bewaffnete Mann am selben Tag gegen 13.00 Uhr eine Wäscherei in Gorzow in der polnischen Woiwodschaft Lebus, etwa 80 Kilometer nordöstlich von Frankfurt (Oder), betreten. Dort feuerte er einen oder mehrere Schüsse auf eine 26-jährige Ukrainerin ab. Die Frau starb. Wegen der Fahndung habe man alle umliegenden Polizeiwachen und auch die deutsche Seite informiert, zitierte die polnische Nachrichtenagentur PAP am Abend einen Sprecher der Lebuser Polizei.

Schüsse auf Berliner Ring: Ermittler suchen Zeugen des Vorfalls 

Kriminaltechniker waren an der Autobahn vor Ort und untersuchten den Wagen des mutmaßlichen Straftäters, der allein in dem Fahrzeug saß.

In dem Funkwagen, der das Auto des mutmaßlichen Straftäters gestoppt hatte, waren zwei Beamte. Die Ermittler suchen auch Zeugen des Vorfalls an der Autobahnanschlussstelle.

Den Polizisten gehe es den Umständen entsprechend. „Glücklicherweise ist es auch für Polizisten nicht alltäglich, jemanden tödlich durch einen Schusswaffeneinsatz zu verletzen“, sagte Herbst. Nach Worten eines Polizeisprechers in Potsdam wird in solchen Fällen das gemeinsame Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Frankfurt (Oder) informiert, die das Fahndungsersuchen an die deutschen Polizisten weitergibt.

Im vergangenen Jahr erschossen Polizisten in Deutschland elf Menschen, wie aus Zahlen der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht. Für das Jahr 2017 hatte die Hochschule noch 14 Fälle von tödlichem Schusswaffengebrauch gezählt. (dpa/BLZ)