Polizisten stehen während einer Wohnungs-Razzia. (Symbolbild) 
Foto: dpa/Paul Zinken

PotsdamMassenhaft Waffen haben Brandenburger Sicherheitsbehörden bei Rechtsradikalen sichergestellt. Innenminister Michael Stübgen (CDU) spricht von einem „Schlag gegen internationale Waffenhändler“. Bei Razzien in Ostbrandenburg haben Beamte des Landeskriminalamtes insgesamt mehr als 30 sogenannte Lang- und Kurzwaffen, also Gewehre und Pistolen, sichergestellt. Dazu auch„verschiedene Kriegswaffen“. Zwei Männer wurden festgenommen, gegen zwei weitere wird ermittelt.

Nach Angaben des Ministers wurden die Waffen sowohl bei Waffenhändlern, als auch bei Käufern sichergestellt. Bei den Durchsuchungen wurden neben den zahlreichen Waffen auch verschiedene Devotionalien aus der Nazi-Zeit sichergestellt: darunter Gegenstände mit Reichsadler, Hakenkreuz, SS-Runen und Stahlhelme.

„Radikale Geister mit Waffen“

Eine rechtsradikale Gesinnung der Täter sei daher durchaus naheliegend, sagte Minister Stübgen. „Wir werden nicht zulassen, dass sich radikale Geister mit Waffen eindecken. Da kennen wir kein Pardon. Wir schützen die Menschen in unserem Land mit allen Mitteln gegen solche Bedrohungen.“

Bei den Razzien wurde neben den Waffen auch Munition beschlagnahmt. Die Ermittler stießen offensichtlich unter anderem auf Maschinenpistolen, Karabiner, Revolver, sogar eine Panzerfaust aus dem Zweiten Weltkrieg soll dabei gewesen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffennarren auch auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs nach alten Waffen gesucht haben, weil auch menschliche Knochen gefunden wurden - wahrscheinlich von Soldaten. 

Zwei russische Maschinenpistolen

Der Fahndungserfolg war möglich, weil es einen Hinweis von Verfassungsschützern aus Österreich gab. Die dortigen Behörde hatte den Brandenburger Kollegen gemeldet, dass zwei russische Maschinenpistolen an einen 56-jährigen Brandenburger verkauft wurden. Der Mann soll schon polizeibekannt gewesen sein wegen Verstößen gegen das Waffengesetz. Er soll Munition an einen 27-Jährigen verkauft haben. Dabei wurden sie bereits am 1. März von Spezialkräften festgenommen.

Danach wurden deren Wohnungen durchsucht, die Waffen aus Österreich gefunden und es wurde gegen zwei weitere Männer ermittelt, die wohl geständig waren.

Minister Stübgen sagte: „Staatsanwaltschaft und Polizei können stolz auf diesen erfolgreichen Schlag gegen den illegalen Waffenhandel sein. Sie haben gezeigt, wie wachsam wir in Brandenburg sind. Wir werden sehen, was die laufenden Ermittlungen noch an Ergebnissen zutage fördern. Aber schon jetzt steht fest, dass uns ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit der Brandenburger gelungen ist.“