5000 Menschen feierten in der Hasenheide einen illegalen Rave, bis die Polizei einschritt.
Foto: Morris Pudwell

Berlin-NeuköllnMit einem Großaufgebot musste die Polizei in der Nacht zu Sonntag eine große Party in der Hasenheide auflösen. Tausende Menschen hatten sich illegal in dem Volkspark versammelt, mit lauter Musik und Lichtanlagen gefeiert. Laut Angaben der Beamten vor Ort gingen mehr als ein Dutzend Beschwerden von Anwohnern ein.

Die hauptsächlich jungen Menschen trafen sich, feierten dicht an dicht. Auf Bildern sucht man vergebens nach Schutzmasken. Augenzeugen berichteten, man habe sich wie auf einem Musikfestival gefühlt – inklusive einer Cannabis-Wolke, die über die Wiesen zog. Auf Twitter berichtete ein Nutzer, es habe sogar ein „Sex-Zelt“ gegeben.

Gegen 22.20 Uhr hätten mehrere Anwohner die Sicherheitskräfte alarmiert, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. 3000 Menschen seien im Park unterwegs gewesen – in ersten Einschätzungen war von mehr als 5000 Feiernden die Rede. „Mit den Scheinwerfern der Einsatzfahrzeuge leuchteten die Einsatzkräfte die Parkanlage aus und forderten die Feiernden im weiteren Verlauf unter anderem auch mit Lautsprecherdurchsagen auf, die Parkanlage zu verlassen und die Abstände zueinander einzuhalten.“

Ersten Berichten zufolge bekamen sie die Lage zunächst nicht in den Griff. Eine Einsatzhundertschaft mit Diensthunden wurde alarmiert, erst gegen 2.30 Uhr in der Nacht konnte durchgegriffen werden. Den neuen Aufforderungen der Polizei, das Gelände zu räumen, kamen die Feiernden dann zunächst friedlich nach, viele verlagerten ihre Partys aber an andere Stellen des Parks. Erst gegen 4.30 Uhr konnten die Sicherheitskräfte für Ruhe sorgen. Zuletzt wurden die Gehwege am Columbiadamm geräumt.

70 Beamte und sieben Diensthunde seien im Einsatz gewesen, heißt es von der Polizei. Die Beamten stellten insgesamt fünf Mischpulte, einen Laptop, Akkus, mobile Lautsprecher und einen faltbaren Bollerwagen mit weiterem Musik-Equipment sicher. Zurück blieben zertrampelte Grünflächen, mehrere Feuerstellen, an denen offenbar gegrillt wurde, massenhaft Glasscherben und leere Flaschen sowie beißender Urin-Gestank.

Im Netz ruft die Party - wie schon der ausgeuferte Boots-Rave vor Wochen auf dem Landwehrkanal – viele negative Reaktionen vor. Georg Kössler, der clubpolitische Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus, meldete sich etwa auf Twitter zu Wort. „Auch wenn es schön ist, dass auch einige ihren Müll zusammenräumen und wenn der Drang nach Open-Air-Kultur verständlich ist, das gestern war ein Schlag ins Gesicht all derer, die ihre Füße stillhalten und auf das OK der Bezirke für legale Kultur im Freien warten“, schrieb er. Neuköllns Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) sagte dem Tagesspiegel, er empfinde das Verhalten der Feiernden als „zutiefst asozial“.