Kurden und linke Unterstützer haben am Freitag in Berlin versucht, den Radiosender Metropol FM zu stürmen. Der Vorfall ereignete sich gegen 10 Uhr am Sitz des deutsch-türkischen Radiosenders in der Kreuzberger Markgrafenstraße. Nach Angaben von Mitarbeitern des Senders stand für kurze Zeit die Tür auf, als etwa 20 Kurden und ihre Unterstützer versuchten, in die Redaktionsräume zu gelangen.

Die Kurden wollten über den Sender eine Erklärung verlesen, in der sie von der türkischen Regierung forderten, die Unterstützung der Terrorgruppe Islamischer Staat zu beenden. Mitarbeiter des Senders stellten sich den Eindringlingen in den Weg, wobei es zu Rangeleien kam. Verletzt wurde dabei offenbar niemand.

Weiterer Radiosender gestürmt

Der Sender rief die Polizei. Nach Angaben eines Polizeisprechers flüchteten 17 Aktivisten, bevor die Polizei eintraf. Drei weitere Aktivisten wurden festgenommen. Gegen sie werde nun wegen Landfriedensbruchs ermittelt, sagte der Sprecher. In einer „Erklärung zur Besetzung des Radiosenders“, die kurz danach im Internet veröffentlicht wurde, verlangt eine Initiative „Berlin für Kobane“ unter anderem eine Aufhebung des PKK-Verbots. Die Autoren behaupten unter anderem, dass mit Hilfe des deutschen Geheimdienstes BND Dschihadisten aus Deutschland nach Syrien geschleust worden seien und dass eine „linke Alternative an der Peripherie der EU“ um jeden Preis verhindert werden solle.

„Metropol FM ist ein Teil der deutschen Öffentlichkeit und widersetzt sich jedem Versuch der Einflussnahme durch politische Gruppierungen gleich welcher Couleur“, erklärte der Sender-Geschäftsführer Tamer Ergün Yikici.

Erst in der Nacht zum Dienstag hatten rund 60 kurdische Aktivisten das Gebäude des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle in Bonn gestürmt. Sie übergaben ebenfalls eine Resolution. Darin forderten sie Solidarität mit den Kurden in der syrischen Grenzstadt Kobane.

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