Taucher der Berliner Polizei haben am Mittwochvormittag im Neuköllner Ortsteil Britz nach gestohlenen Stolpersteinen gesucht. In den vergangenen Wochen waren in der Gegend insgesamt 20 dieser Messingplatten herausgerissen worden, die in die Bürgersteige eingelassen waren. 

„Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter die Stolpersteine in den Fennpfuhl geworfen haben“, begründete ein Polizeisprecher den Einsatz. Konkrete Hinweise darauf gebe es jedoch nicht. Das Gewässer, das sich neben der Hufeisensiedlung befindet, ist etwa 8000 Quadratmeter groß. Kurz vor Mittag beendete die Polizei die Suchaktion. Die Taucher fanden nichts.

Wegen der Diebstähle ermittelt die für die Verfolgung politisch motivierter Straftaten zuständige LKA-Abteilung Staatsschutz. Dort gehen die Ermittler davon aus, dass die Steine von Rechtsradikalen entwendet worden sind. 

Bei den Stolpersteinen handelt es sich um ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, mit dem an Menschen erinnert wird, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Die Steine selbst sind kleine Betonquader mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, die in den Gehweg vor dem letzten frei gewählten Wohnort von Verfolgten des Nationalsozialismus eingelassen werden. Auf der Oberfläche befindet sich eine Messingplatte, auf der der Name und das Schicksal des Menschen, an den erinnert wird, zu lesen ist. Erinnert wird an Juden, Sinti, Roma, Menschen aus dem Widerstand, Homosexuelle, Zeugen Jehovas und Opfer der Euthanasie-Morde.