Potsdam - Brandenburg braucht mehr Polizisten. Zu diesem schlichten wie eindeutigen Ergebnis kam jetzt ein mit Sicherheitsexperten aus Verwaltung, Polizei und Gewerkschaften besetztes Gremium, das die vor vier Jahren beschlossene Polizeireform überprüfen sollte. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) stellte den Evaluationsbericht am Mittwoch vor. Die Polizeireform als solche, die in Personaleinsparungen und Neuorganisation der Führungsstruktur bestand, habe sich „im Wesentlichen“ bewährt, sagte er. Allerdings würden deutlich mehr Beamte benötigt: Laut Bericht braucht die Polizei künftig exakt 8 216 Stellen, um die Sicherheit im Land zu gewährleisten. Derzeit sind es knapp 8.100.

Der Unterschied klingt nicht sehr groß. Doch das täuscht: Denn die alte Reform sah vor, dass die Personalstärke bis 2020 auf 7 000 Polizisten sinkt. Man ging damals davon aus, dass die Kriminalitätszahlen weiter zurückgehen und allein daher weniger Beamte gebraucht werden. Doch die Zahlen stagnieren, in einigen Bereichen – etwa der politischen Kriminalität von rechts, der Einbruchs- und Grenzkriminalität – steigen sie. Außerdem zeigte sich, dass insbesondere auf dem flachen Land zu wenig Beamte Streife fahren und, wenn sie gebraucht werden, ihre zentralisierte Führung nicht gut funktioniert. Folgerung: mehr Personal auf so gut wie allen Ebenen, gerade aber beim Streifendienst, um eine „höhere Präsenz in der Fläche“ zu erhalten.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.