Berlin - So sieht also ein Abschied aus. Gut, Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler sitzen zwar nicht auf der Bühne und weinen gemeinsam. Im Gegenteil, das Publikum im voll besetzten Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz fängt gleich zum Anfang an zu kichern, als Schwarz und Winkler auf die Bühne kommen und Buchautor Andreas Kurtz zu Schwarz sagt: „Sie waren aber früher auch windschnittiger.“ „Stimmt“, antwortet Schwarz, „wegen uns ist ja deshalb das TV-Format 16:9 eingeführt worden“.

Und so geht es dann weiter – es ist ein humoriger Abend. Aber es ist eben auch ein Abschied, den die beiden Schauspieler mit ihrer Lesetournee jetzt absolvieren. Herbert Schmücke und Herbert Schneider heißen die beiden im Fernsehen und haben so den „Polizeiruf 110“ auf dem Gebiet der ehemaligen DDR weiterhin populär gehalten und im Westen bekanntgemacht. Sie werden wohl als das schrulligste Ermittlerteam in die Geschichte des deutschen Fernsehens eingehen.

Noch steht eine Folge mit den beiden Ermittlern aus – die 50. Folge, die im Frühjahr kommenden Jahres ausgestrahlt werden soll. Aber dann ist – nach 17 Jahren – endgültig Schluss. Wobei man sagen muss, dass Schwarz und Winkler inzwischen ein Alter erreicht haben, in dem auch „normale“ Polizeibeamte ihre Dienstwaffe abgeben müssen. Schwarz ist mittlerweile 66, sein Mitarbeiter Winkler 69. Trotzdem, die beiden Herberts hätten gerne noch weitergemacht, und unter der Zuschauerschar hätte da wohl auch keiner protestiert.

Aber die Zeit und der MDR (dort sind die beiden Kommissare angesiedelt) sind unerbittlich. Also haben Schwarz und Winkler die Zeit genutzt und ihre Geschichten aufgeschrieben. Oder besser: Sie haben sie erzählt. Denn aufgeschrieben hat sie Andreas Kurtz, Gesellschaftskolumnist der Berliner Zeitung, der schon seit Jahren auf dieser Seite über die Aktivitäten der Prominenten berichtet.

Seit 1997 ein Filmpaar

Kurtz war von Anfang an Jaecki Schwarz’ Mann. Denn auf eine klassische Biografie hat der gebürtige Berliner noch keine Lust. Also hat Kurtz allerhand Lustiges und Anekdotisches aus dem Leben der beiden aufgeschrieben. Am Montag stellten Kurtz und die beiden Herberts das Ergebnis ihrer Gespräche im Babylon vor. „Herbert & Herbert. Mit dir möchte ich nicht verheiratet sein!“ heißt das Buch und ist im Eulenspiegel Verlag erschienen. Schwarz und Winkler erzählen darin auch, dass sie schon zu DDR-Zeiten in einer Krimiserie zu sehen waren. Die hieß „Gefährliche Fahndung“ und Schwarz spielte da einen österreichischen Kommissar.

Auf der Babylon-Bühne lesen auch Sängerin Angelika Mann und Schauspielerin Franziska Troegner. Beide Damen sind mit den Herberts seit langem befreundet. Seit März 1997 waren die beiden Herren ein Filmpaar. „Der Pferdemörder“ hieß damals der erste Einsatz des Hallenser Duos im Polizeiruf.