Polizist erschießt Einbrecher bei Verfolgungsjagd durch Berlin-Marzahn

Berlin - Stundenlang waren am Mittwoch wichtige Hauptverkehrsstraßen im Osten der Stadt gesperrt.  Der morgendliche Berufsverkehr kam  fast zum Stillstand. Der Grund waren polizeiliche Ermittlungen. Gegen 3 Uhr hatte an der Rhinstraße/Ecke Landsberger Allee ein Polizist einen flüchtenden Einbrecher erschossen.

Flucht im gestohlenen Auto

Vorangegangen war eine   Verfolgungsjagd. Vier Männer waren in Werneuchen im Nordosten von Berlin in ein Geschäft eingebrochen und hatten  Tabak  und Zigaretten im Wert von 8 000 Euro gestohlen. Mehrere   zivile Polizeiautos verfolgten  den  offenbar gestohlenen Opel, in dem die Täter saßen.

An der Rhinstraße, Ecke Landsberger Allee stellten sich zwei Zivilfahrzeuge den Flüchtenden in den Weg und stoppten den Opel. Als die Beamten, die zur Einheit „Fahndung, Aufklärung, Observation“ (FAO) der für den Osten der Stadt zuständigen Direktion 6 gehören, ausstiegen, gab der Fahrer des Fluchtwagens Gas. Der Opel scherte aus und fuhr durch das Gleisbett der Straßenbahn. In dem Moment schoss ein Polizist auf das Fahrzeug. Ein Projektil traf den Fahrer Goshi D. Der Opel prallte  nach etwa 150 Metern gegen eine Straßenlaterne.

Goshi D. blieb tot am Steuer zurück, die anderen drei Insassen flüchteten. Zwei von ihnen wurden festgenommen. Nach Angaben von Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, wird gegen den Polizisten wegen Totschlags  ermittelt.  Zum Hergang des Geschehens  sagte er nichts.

Bande lebte in Flüchtlingsheim

Die 6. Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Sie beschlagnahmte die Waffe des Beamten.  Die Spezialisten müssen jetzt herausfinden,   was sich genau zutrug, als der Opel durch die Polizeiabsperrung brach.

Vor Gericht muss dann geklärt werden, ob  der Polizist aus Notwehr oder Nothilfe schoss. Denkbar wäre auch, dass der Beamte auf das Auto und den Mann schoss, um ihn fluchtunfähig zu machen. Gegebenenfalls wäre auch dies durch das „Gesetz über die Anwendung unmittelbaren Zwangs“ und seine Ausführungsvorschriften gedeckt, vor allem, wenn es sich um eine  als gefährlich geltende Bande handele, sagen Juristen.   Im Augenblick sei alles noch offen, so ein Ermittler.

Nach Informationen der Berliner Zeitung war der getötete Goshi D. slowenischer Staatsbürger und gebürtiger Albaner.  Auch seine  Komplizen sind albanischer Herkunft.  Sie lebten   in einem Containerdorf für Flüchtlinge  im Köpenicker Allendeviertel. Am Nachmittag nahmen dort Polizisten ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Bande fest, die  aus zahlreichen Mitgliedern albanischer Herkunft bestehen soll.

In verschiedenen Gruppen und mit wechselnder Beteiligung   sollen sie in Wohnungen und Geschäfte  eingebrochen sein.  Darunter waren Bäckereien, Tabakläden und Lokale. Zudem wird auch eine Verbindung zu einer Serie geprüft, bei der Blitzeinbrecher in Mobilfunkläden, überwiegend im Osten der Stadt, eingestiegen sind.

FAO-Beamte observierten die Bande schon seit mehreren Wochen. Ausgangspunkt war ein versuchter Einbruch bei einem Juwelier am Köpenicker  Stellingdamm, bei dem zwei Täter vorläufig festgenommen wurden.