Berlin - Drei Berliner Polizeibeamte, die eine Hundehalterin ohne rechtfertigenden Anlass gefesselt, festgehalten und angezeigt haben sollen, haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Die Frau habe ausgeholt und ihren Arm wie zu einem Schlag erhoben, erklärte eine 26 Jahre alte Angeklagte am Dienstag zu Beginn des Prozesses vor dem Amtsgericht Tiergarten. Sie habe das als einen Angriff gewertet, so die Beamtin weiter. Ein 36-Jähriger sagte, er habe in den Arm der Hundehalterin gegriffen, um sie zu stoppen.

Hundehalterin wollte mit Handy Polizisten fotografieren

Zu dem Vorfall war es laut Anklage im Juli 2017 nach einer verbalen Auseinandersetzung an einer Straßenkreuzung in Berlin-Moabit gekommen. Zwei der Angeklagten sollen die Geschädigte, die mit ihrem Handy Fotos der Polizisten machen wollte, an den Armen gepackt und schmerzhaft festgehalten haben. Als sich die Frau weiter gesträubt habe, sei sie mit Handfesseln fixiert und etwa 30 Minuten gefesselt im Funkwagen festgehalten worden.

Die Geschädigte habe mehrere Blutergüsse und eine Verstauchung erlitten, so die Anklage. Nach dem Geschehen sollen die drei Beamten einen die Geschädigte belastenden Bericht angefertigt haben, um ihre eigenen Handlungen zu relativieren.

Anklage: gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung

Zwei 35 und 36 Jahre alten Beamten wird gefährliche Körperverletzung im Amt und Freiheitsberaubung zur Last gelegt, der 26-Jährigen eine versuchte Nötigung. Zudem müssen sich die Angeklagten wegen Verfolgung Unschuldiger verantworten. Der Prozess wird am 12. November fortgesetzt. (dpa)