Berlin - Die Angst vor einem Bandenkrieg zwischen tschetschenischen Gruppierungen und arabischen Clans in Berlin wächst. Denn die aus der russischen autonomen Teilrepublik stammenden Banden versuchen offenbar verstärkt, kriminellen Clanmitgliedern den Einfluss, etwa beim Drogenhandel, streitig zu machen. Wie berichtet, gab es am Wochenende mehrere Massenschlägereien in Neukölln beziehungsweise in Gesundbrunnen.

Nach Erkenntnissen von Ermittlern wurden dabei die Betreiber und Gäste eines Spätkaufs angegriffen, der in der Hand eines arabischen Clans ist. Die Angreifer hatten unter anderem Hämmer als Waffen dabei. „Wir haben schon länger mit derartigen Auseinandersetzungen zwischen arabischstämmigen Gruppierungen und Tschetschenen gerechnet, da letztere sich nicht mehr als Söldner für die Clans anstellen lassen wollen, sondern selbst ein großes Stück vom Kuchen haben möchten“, sagte Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Dienstag. „Wir haben es hier mit Personen zu tun, für die Gewalt und Kampferprobung zur Erziehung gehören und die bereits teilweise selbst im Krieg waren.“ Dass die Täter eine bekannte arabische Großfamilie praktisch in den eigenen vier Wänden in Neukölln heimsuchen, zeige, dass sie keine Skrupel davor hätten, den Kampf um lukrative Geschäftsfelder der Organisierten Kriminalität auf die Straße zu bringen.

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