Eine Freundin hat ihr die Website empfohlen. OKCupid hieß sie, „cupid“ wie Amor. Ihr gefiel, dass die Seite von englischsprachigen Mitgliedern genutzt wird, sie hat früher in England studiert. Sylvia Reimann (Name geändert) legte ein Profil an, machte sich zehn Jahre jünger, 48 Jahre. Über tausend Männer klickten Gefällt mir auf das Profil.

Sie wirkt drei Jahre später etwas erstaunt, wenn sie davon erzählt, wie einfach es war, Männer kennenzulernen. Sylvia Reimann sitzt auf dem Sofa in ihrer Schöneberger Altbauwohnung, eine zarte Frau mit langen schwarzen Haaren, alles um sie herum wirkt gemütlich, sie trägt eine Yogahose, auf einem Tisch steht Lakritze und eine Kanne Tee, griffbereit liegt das Laptop, das auch ein Entspannungsmittel. „Für mich hat sich eine neue Welt eröffnet“, sagt sie. Schnell lernte sie die Regeln des Internet-Datings. Man muss mit vielen Männern kommunizieren, viel aussortieren. Sie ist selbstständig, kann sich die Zeit frei einteilen, chattet nächtelang, es wird sehr persönlich. Sie macht die Erfahrungen, die viele beim Internet-Dating machen. Man schreibt sich viel, fühlt sich ganz nah, und wenn man sich trifft, ist man sich fremd. In drei Jahren hat sie sich mit 200 Männern getroffen, mit 40 bis 50 hatte sie Sex.

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