Potsdamer Mitte wandelt sich: Fachhochschule abgerissen – Neues Viertel entsteht

Nach der Rückkehr aus den Ferien erwartet viele Potsdamer ein neues Bild ihrer Heimatstadt: Inzwischen haben Bagger die alte Fachhochschule am Alten Markt niedergerissen. Dort wird nun noch das Kellergeschoss abgeräumt. „Diese Arbeiten sollen bis Ende des Jahres fertig sein“, sagte die Geschäftsführerin des Sanierungsträgers Pro Potsdam, Sigrun Rabbe, am Donnerstag. Die Bauarbeiten für das geplante neue Wohn- und Geschäftsviertel könnten dann im Sommer 2019 beginnen.

Auch die alte Schwimmhalle am Brauhausberg, die viele Potsdamer in liebevoller Erinnerung haben, ist bereits weitgehend abgerissen. Dort haben viele Stadtbewohner Schwimmen gelernt. Das 1971 erbaute Bad werde in einigen Wochen komplett verschwunden sein, sagte Stadtwerke-Sprecher Stefan Klotz.

Was wird aus dem ehemaligen Restaurant „Minsk“?

Das Grundstück der Schwimmhalle soll nach Angaben der Stadtwerke im Spätherbst komplett geräumt werden. Das Schicksal des benachbarten, ehemaligen Restaurants „Minsk“ ist hingegen noch nicht geklärt. Damit werde sich die Stadtverordnetenversammlung im September wieder befassen, sagte Stadtsprecher Stefan Schulz. Eine Entscheidung über den möglichen Abriss des Terrassen-Restaurants, an das sich Potsdamer wegen der Tanzvergnügen an den Wochenenden gern erinnern, wird daher erst nach der Oberbürgermeisterwahl im September erwartet.

Hintergrund sind die möglichen Erlöse bei einem Verkauf der Grundstücke. Dem Vernehmen nach soll ein Investor für beide Flächen 27 Millionen Euro geboten haben; allein für das Grundstück des Schwimmbades sollen es elf Millionen Euro sein. Stadtsprecher Schulz wollte sich nicht zu den Geboten äußern, die Kommune hat die Berichte darüber aber auch nie dementiert.

Entscheidung über „Staudenhof“ und DDR-Rechenzentrum vertagt

Aufgeschoben ist nach Angaben von Schulz noch die Entscheidung über den Plattenbau „Staudenhof“ mit vielen günstigen Sozialwohnungen im historischen Stadtzentrum am Alten Markt. Über den möglichen Abriss werde die Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich 2021 entscheiden - wenn das neue Wohn- und Geschäftsviertel davor fertig ist.

Ebenso ist die Entscheidung über die Zukunft des ehemaligen DDR-Rechenzentrums neben der Baustelle für den 90 Meter hohen Turm der Garnisonkirche vertagt. Der Weiterbetrieb als Zentrum der Kreativwirtschaft wurde bis maximal Ende des Jahres 2023 festgelegt. Sollte dann auch das Kirchenschiff rekonstruiert werden, dürfte dieser DDR-Bau ebenfalls noch abgerissen werden. (Klaus Peters, dpa)