Berlin - Erst Döner gegessen, dann Krankenhaus: So hat der Hauptstadt-Besuch für 14 Teilnehmer einer Reisegruppe aus Hessen geendet. Die Jugendlichen, eine Gruppe junger Flüchtlinge, klagten nach dem Mittagessen bei einem Döner-Imbiss am Potsdamer Platz über Unwohlsein und wurden von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Neun mussten stationär aufgenommen werden. Auch eine Familie aus den Niederlanden, die an dem Imbiss mit dem Namen „Schöner Döner“ gegessen hatte, musste sich ärztlich behandeln lassen.

Der Imbiss in einem Einkaufszentrum wurde geschlossen, der Dönerspieß beschlagnahmt. Gegen die Betreiber laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz. Bei der Reisegruppe handelt es sich um Flüchtlinge, die in Hessen leben und zu Besuch in Berlin waren.

Im Auto wurde ihnen übel

Die Jugendlichen waren am Mittwoch mit ihren Betreuern in dem Einkaufscenter unterwegs und speisten gegen 14 Uhr in dem türkischen Imbiss im Untergeschoss. Nach dem Essen verteilte sich die Gruppe auf zwei VW-Transporter, die  Richtung Kreuzberg/Tempelhof fuhren. Unabhängig voneinander mussten beide Fahrzeuge am Mehringdamm beziehungsweise am Tempelhofer Damm anhalten, weil alle Jugendlichen über Übelkeit klagten, acht mussten sich übergeben. Daraufhin alarmierten die Betreuer die Rettungskräfte, die mehrere Jugendliche sowie zwei der Betreuer zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus brachten. Einige konnten es nach einer Untersuchung noch am Abend wieder verlassen.

Bei der Polizei gemeldet

Am Nachmittag meldete sich dann die  holländische Familie bei der Polizei, die in demselben Imbiss gegessen hatte und ebenfalls über Übelkeit klagte. Der 42-jährige Vater, die 40-jährige Mutter, der achtjährige Sohn sowie die beiden Töchter im Alter von elf und vierzehn Jahren wollten sich aber selbst um ärztliche Hilfe kümmern. Bislang sind laut Polizei 19 Personen von der Lebensmittelvergiftung betroffen.

Die Ermittlungen werden in Zusammenarbeit mit der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirksamts Mitte geführt. Das Amt untersucht nun die betreffenden Lebensmittel. Es wurde ein Strafverfahren nach dem Lebens- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) eingeleitet. Das Schnellrestaurant „Schöner Döner – Falafel und Grill“ gehört zum Betreiber „Schöner Erste Betriebsgesellschaft mbH“ mit mehreren Filialen in Deutschland und Sitz im bayerischen Gräfelfing. In den Potsdamer Platz Arkaden gibt es „Schöner Döner“ seit 2013. Geprüft wird, ob das Dönerfleisch bereits verunreinigt geliefert wurde, oder ob es erst im Imbiss verdorben ist. (BLZ)