Die Baugrube ist längst ausgehoben, das Fundament gelegt. Mittlerweile sind schon die ersten Kellerwände zu sehen. Rund um den U-Bahnhof Mendelssohn-Bartholdy-Park in Mitte haben die Arbeiten zur Bebauung des letzten freien Grundstücks am Potsdamer Platz begonnen. „High Park“ heißt das Projekt, das die Gesellschaft für Städtebau und Projektentwicklung (GSP) hier realisiert.

Bis zum Jahr 2017 soll zwischen der Gabriele-Tergit-Promenade und der Köthener Straße ein Ensemble aus 165 Eigentumswohnungen, 38 Apartments und neun Ladenlokalen entstehen. „Es ist etwas Besonderes, auf dem letzten freien Grundstück zu bauen“, sagt GSP-Geschäftsführer Jürgen Blankenberg am Donnerstag bei der Vorstellung seines Projekts. Das werde es nie wieder geben. Die Firma, der das Grundstück vorher gehörte, musste Insolvenz anmelden. Von ihr hat die GSP das 5 678 Quadratmeter große Areal erworben. Der Bau des Projekts soll 50 bis 60 Millionen Euro kosten, sagt Blankenberg. Genauere Angaben will er nicht machen.

48 Meter hoch

Das Ensemble aus mehreren kleinen Wohntürmen ragt bis zu 48 Meter in die Höhe. In die Ladenlokale im Erdgeschoss sollen später Cafés, Bars und Restaurants einziehen. Darüber sind die Apartments und Eigentumswohnungen geplant. Ganz oben entstehen Penthousewohnungen – mit Blick über die Stadt. Die Wohnungen sind alle mit Balkon, Loggia oder Terrasse ausgestattet. Auch einen Concierge soll es geben. Das alles hat freilich seinen Preis: Im Schnitt kostet eine Wohnung 5 500 Euro pro Quadratmeter. Die Spanne reicht von 200.000 Euro bis zu 1,5 Millionen Euro. Die etwa 300 Quadratmeter großen Penthousewohnungen sind noch etwas teurer, weil sie speziell auf die Wünsche der Käufer zugeschnitten werden. Sie kosten nicht unter 10.000 Euro je Quadratmeter.

Potsdamer Platz ist ein Highlight

„Für Kunden ist der Potsdamer Platz ein Highlight“, sagt GSP-Chef Blankenberg. „Es ist mittlerweile sexy, in Berlin zu wohnen.“ Zwar hat der offizielle Verkauf der Wohnungen erst am Donnerstag begonnen, 20 Prozent der Unterkünfte sind jedoch schon vorher erworben worden, berichtet Thomas Zabel, der die Vermarktung der Immobilien übernommen hat. Wer kauft? „Wir haben einen sehr großen Anteil ausländischer Kunden“, sagt Zabel. Die Käufer kommen aus den USA, aber auch aus Singapur, Hongkong und China. Die Chinesen würden oftmals Wohnungen für ihre Kinder kaufen, sagt Zabel. Mit dem Ziel, dass sie hier studieren. Dadurch, dass in Berlin keine Studiengebühren verlangt werden, hätten sie zumindest einen Teil der Kosten für die Wohnung wieder raus. Denn in anderen Ländern werden teilweise hohe Studiengebühren verlangt. Viele Kunden aus dem Ausland seien überrascht, dass es im Zentrum Berlins überhaupt noch freie Flächen gibt, sagt Zabel.

Rahmen über die U-Bahn

Bei dem Projekt für den High Park gibt es freilich eine bauliche Besonderheit: Der Komplex wird quer über dem U-Bahnhof Mendelssohn-Bartholdy-Park errichtet. Wie das geht? „Wir bauen einen Rahmen über die U-Bahn“, sagt GSP-Chef Blankenberg, ein gelernter Bau-Ingenieur. Links werde eine Stütze gebaut, rechts werde eine Stütze gebaut, dann komme der Deckel drauf. Um diesen Rahmen herum werde dann das Gebäude-Ensemble errichtet. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). „Wir kontrollieren jede Schwingung“, betont Blankenberg.

Sollten die Gleise durch Erdbewegungen in Gefahr geraten, müssten die Arbeiten notfalls unterbrochen werden. Aber das sei bisher nicht geschehen. Die schwierigste Phase habe das Projekt schon hinter sich, sagt Blankenberg. Dass sei der Bau des Fundaments gewesen. Dass die GSP eine Überbauung der U-Bahn meistern kann, hat sie schon einmal bewiesen: zwischen Potsdamer Platz und Mendelssohn-Bartholdy-Park errichtete die Firma vor einigen Jahren das Scandic Hotel über der Bahn. Auf den U-Bahnverkehr hat sich das Bauprojekt bisher nicht negativ ausgewirkt. „Es gab und wird keine Einschränkungen im U-Bahnverkehr geben“, sagt BVG-Sprecher Markus Falkner. Lediglich die nördlichen Ausgangsbereiche seien temporär gesperrt.