BerlinDie Humboldt-Universität (HU) zu Berlin hat erstmals in ihrer Geschichte eine Präsidentin in eine zweite Amtszeit gewählt. Das Konzil der HU bestätigte am 17. November die Präsidentin Sabine Kunst im Amt, wie die Universität mitteilt. Die Hochschullehrerin und SPD-Politikerin führt die Universität seit Mai 2016. Ihre zweite Amtszeit beginnt im Mai 2021.

Sabine Kunst, 1954 in Schleswig-Holstein geboren, ist promovierte Bauingenieurin und Umweltbiotechnologin, studierte aber auch Fächer wie Chemie, Biologie, Philosophie und Politologie. Nach ersten Erfahrungen in der Hochschulpolitik wurde sie 2006 zur Präsidentin der Universität Potsdam gewählt. Von 2010 bis 2011 war sie – als erste Frau überhaupt – Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). 2011 wurde sie Ministerin für Wissenschaft und Kultur in Brandenburg.

Die Universität brauche „einen starken inneren Zusammenhalt – erst recht in dieser schwierigen Corona-Zeit“, sagt Sabine Kunst anlässlich ihrer Wiederwahl. „In den vergangenen Jahren haben wir an der Humboldt vieles auf den Weg gebracht, wie etwa den Strukturwandel und den Erfolg in der Exzellenzstrategie.“ Sie verweist auf die Entwicklung der drei Campus – Mitte, Nord und Adlershof – zu interdisziplinären Forschungslandschaften und die weitere Öffnung der Uni in die Gesellschaft. Dazu gehört etwa der neue Wissenschaftscampus, den die HU mit dem Naturkundemuseum aufbaut. Seit dem Ende der DDR hatte die HU sieben Präsidenten, darunter zwei Frauen. Die zweite war Marlis Dürkop-Leptihn (1992–1996).