Selbst angebaute Tomaten, Bohnen oder Himbeeren, ein gemütlicher Grillabend oder einfach nur etwas Entspannung im Grünen: Ein eigener Garten ist für viele Großstädter ein Sehnsuchtsort. Was liegt da also näher, als sich einen Schrebergarten anzuschaffen? 

Wer diese Idee hat, ist damit in Berlin leider nicht allein. Die Folgen: erhebliche Wartezeiten und hohe Übernahmepreise. Durchschnittlich 32, 17 Euro muss man in der Hauptstadt pro Quadratmeter Gartenfläche zahlen. Das geht aus einer Studie des Portals gruenbedarf.de hervor. Dabei wurden bundesweit 1000 Kleinanzeigen der größten Anzeigenportale ausgewertet. 

Die günstigsten Kleingärten gibt es in Sachsen-Anhalt

Demnach ist der Preis für einen Quadratmeter Kleingarten in Berlin fast dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt (12 Euro). Nur in Bayern sind die Übernahmepreise noch höher - nämlich 41, 26 Euro pro Quadratmeter. In Sachsen-Anhalt zahlen Kleingärtner dagegen laut der Studie nur 4,17 Euro für den Quadratmeter eigenes Grün. 

Im Schnitt ist ein deutscher Kleingarten 410 Quadratmeter groß. In Berlin ist er etwas kleiner - nämlich 407 Quadratmeter. Das macht also rund 11.500 Euro für einen Schrebergarten in der Hauptstadt.

Gartenpacht kommt noch hinzu

Mit dem Übernahmepreis allein ist es allerdings nicht getan: Pro Jahr muss man noch mit durchschnittlichen Ausgaben von 166 Euro für die Gartenpacht rechnen. Dieser Betrag variiert allerdings sehr stark zwischen Kleingartenanlagen in unterschiedlichen Städten und richtet sich generell nach der Größe des Grundstücks.

Die Pacht umfasst die Nutzungsgebühr des Gartens und dessen Erträge, nicht aber andere Kosten wie Mitgliedsbeiträge, Strom, Wasser oder Versicherung. Wenn man diese mit einbezieht, muss man als Gärtner mit Gesamtkosten von 270 Euro pro Jahr (22 Euro pro Monat) für den Schrebergarten rechnen.

Drei bis vier Jahre Wartezeit für einen Schrebergarten in Berlin

Wer einen Kleingarten in Berlin sucht, kann sich allerdings mehrere Jahre Zeit nehmen, um das Geld für die Übernahme zusammenzusparen. Die Wartelisten sind in der Hauptstadt lang. Laut Thomas Wagner, Sprecher beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG), dem Dachverband der Kleingärtner, stehen in Berlin derzeit fast 12.000 Interessenten auf Wartelisten für die knapp 70.000 Kleingärten der Stadt. Die Wartezeit liege bei drei bis vier Jahren.

Erste Anlaufstelle, um einen geeigneten Kleingarten zu finden, sind die lokalen Vereine, die abzugebende Gärten oft auf ihrer Internetseite annoncieren.

Die ersten drei Interessenten der Warteliste haben ein Vorrecht, mit dem Pächter über eine Übernahme zu verhandeln. Häufig werden sich die Parteien dabei aber nicht einig und das Gartengrundstück wird auch für den restlichen Käuferkreis zugänglich. Die Verhandlung wird dabei basierend auf den Vorstellungen des aktuellen Besitzers oder des Schätzprotokolls geführt. Alternativ können frei verfügbare Kleingärten auf Kleinanzeigenplattformen ausfindig gemacht werden. (kmi)