Seit 2009 sind die Taxi-Fahrpreise in Berlin stabil. Doch jetzt sollen sie steigen, allerdings moderat. Die großen Verbände der Berliner Taxibranche gehen davon aus, dass die Tariferhöhung in wenigen Wochen in Kraft treten wird – wahrscheinlich noch in der zweiten Februar-Hälfte.

Nach Informationen der Berliner Zeitung wird es lediglich zwei Änderungen geben. Zum einen steigt der Grundpreis, der bei allen Fahrten fällig wird – mit Ausnahme von Touren, die nach dem Kurzstreckenpauschaltarif abgerechnet werden. Er wird von 3,20 auf 3,40 Euro erhöht. Zum anderen wird der Kilometertarif für Entfernungen von bis zu sieben Kilometern angehoben – von 1,65 auf 1,79 Euro pro Kilometer. Das Konzept der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung soll am heutigen Dienstag im Senat behandelt werden. Anschließend wird die Taxitarifordnung im Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin veröffentlicht. Zwei Wochen später treten die neuen Taxi-Fahrpreise in Kraft.

Besser spät als nie, hieß es in der Taxibranche. „Mit dieser Tariferhöhung müssen wir leben“, sagte Roland Bahr von der Innung des Berliner Taxigewerbes. Doch er und andere Funktionäre machten keinen Hehl daraus, dass sie sich eine stärkere Preiserhöhung zu einem früheren Zeitpunkt gewünscht hätten.

Stehen im Stau soll Geld kosten

Bereits 2012 hatten die Innung, der Taxi Verband Berlin Brandenburg und Taxi Deutschland ihren Antrag eingereicht. Er sah spürbare Tarifanhebungen vor. Doch ein Gutachten, das vom Center Nahverkehr Berlin im Auftrag des Senats angefertigt wurde, sah dafür keinen Anlass. So sei der Kraftstoff in den vergangenen vier Jahren anders als angeführt nicht um 22,5 Prozent, sondern nur um 11,5 Prozent teurer geworden. Die Kosten für Versicherungen, Wartung und Instandhaltung von Taxis seien nicht stark gestiegen, sondern sogar gesunken.

Die drei Verbände wiesen die Berechnungen zurück. Als dann noch der Berliner Taxibund als vierter Verband auftauchte und eigene Vorstellungen anmeldete, gab es zusätzlichen Gesprächsbedarf. Im Ergebnis fanden nur die Erhöhung des Grundpreises und der Tarife bis sieben Kilometer Zustimmung. Nicht genehmigt wurde der Plan, den Tarif ab sieben Kilometern von 1,28 auf 1,35 Euro pro Kilometer anzuheben.

Folge sei, dass die Tariferhöhung hinter dem Anstieg der Betriebskosten weit zurückbleibe, so Roland Bahr. Die nächste Anhebung sollte nicht wieder mehr als vier Jahre auf sich warten lassen, forderte Stephan Berndt von Taxi Deutschland. Weil es immer mehr Staus gebe, sollten verkehrsbedingte Wartezeiten künftig in jedem Fall Geld kosten – derzeit schlagen sie erst ab einer Minute Länge beim Fahrpreis zu Buche. Berndt: „Nach der Tariferhöhung ist vor der Tariferhöhung.“ “