Berlin - Die Preise für Eigenheime und Eigentumswohnungen in Berlin steigen kräftig an. Vom vierten Quartal des vergangenen Jahres bis zum ersten Quartal dieses Jahres kletterten die Angebotspreise für neu gebaute Wohnungen und Häuser um jeweils 2,5 Prozent nach oben. Die Kaufangebote für bereits bestehende Eigentumswohnungen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,3 Prozent, sogenannte Bestandshäuser verteuerten sich um 3,1 Prozent. Das geht aus dem am Dienstag präsentierten Wohnbarometer des Onlineportals Immoscout24 hervor.

Eigentumswohnungen, die in den vergangenen zwei Jahren errichtet wurden (Neubau), sollten demnach im Schnitt 4974 Euro je Quadratmeter Wohnfläche kosten. Ältere Eigentumswohnungen, der Bestand, wurden für 4463 Euro je Quadratmeter angeboten. Eigenheime, die in den vergangenen zwei Jahren errichtet wurden, sollten 4546 Euro je Quadratmeter kosten, ältere Häuser wurden für 4209 Euro je Quadratmeter angeboten. Wichtig dabei: Es handelt sich um Angebotspreise, die auf dem Internetportal bei Immoscout veröffentlicht wurden, nicht um tatsächliche Kaufpreise. Diese können davon abweichen.

Neubauten sind deutlich teurer

„Eigentumswohnungen im Bestand sind für viele Kaufende deutlich attraktiver als Neubauwohnungen“, sagt Immoscout-Geschäftsführer Thomas Schroeter. „Das liegt an den günstigeren Preisen im Bestandssegment.“ Ein Preisunterschied von rund 1000 Euro pro Quadratmeter mache in der Kaufsumme einen großen Unterschied.

Bundesweit stiegen die Angebotspreise von Bestands-Eigentumswohnungen laut Immoscout im ersten Quartal um 5,2 Prozent. Die Angebotspreise neu gebauter Eigentumswohnungen zogen nicht ganz so stark an. Sie erhöhten sich laut Immoscout um 4,8 Prozent. In absoluten Preisen wurden Neubau-Wohnungen im März 2021 für durchschnittlich 3530 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das sind knapp 1200 Euro mehr als für Bestands-Eigentumswohnungen, für die im Durchschnitt 2385 Euro pro Quadratmeter verlangt wurden.

Weiterer Preisanstieg prognostiziert

Für Berlin prognostiziert Immoscout sowohl für Wohnungen als auch für Häuser im Bestand und im Neubau mit 7,6 bis 12,9 Prozent die höchsten Preissteigerungen für die kommenden zwölf Monate. Für Köln werden ebenfalls hohe Wachstumsraten innerhalb eines Jahres erwartet. So werden die Angebotspreise für Bestands-Eigentumswohnungen voraussichtlich um 8,7 Prozent steigen, die Kaufpreise für Einfamilienhäuser im Bestand um 7,7 Prozent. In beiden Metropolen lässt sich trotz der starken Preisentwicklung der Traum vom Eigenheim im Vergleich zu Hamburg, Frankfurt am Main und München laut Immoscout aber noch relativ budgetschonend verwirklichen. Mit rund 3850 Euro in Köln und 4463 Euro in Berlin liegen die absoluten Quadratmeterpreise für Bestands-Eigentumswohnungen verglichen mit den anderen deutschen Metropolen noch relativ moderat. Das teuerste Pflaster für Kaufimmobilien ist und bleibt München. Für das eigene Haus – egal ob Neubau oder Bestand  – riefen Anbieter dort fast das Doppelte auf wie in Berlin und in Köln. Über eine Million Euro wurde hier im Schnitt für ein Haus mit 140 Quadratmetern Wohnfläche verlangt.

In Frankfurt am Main rangiert die Preisentwicklung für Bestands-Eigentumswohnungen im ersten Quartal 2021 um die Nulllinie. Für neu gebaute Eigentumswohnungen und Neubauhäuser zum Kauf ging das Preisniveau in der Mainmetropole mit 0,9 und 0,4 Prozent leicht zurück. Auch in Hamburg inserierten die Anbieter neu gebaute Einfamilienhäuser um 0,6 Prozent günstiger.