Inflation: Neuer Teuerungsrekord bei Lebensmitteln in Berlin

In Berlin ist die Inflationsrate in diesem Monat schon fast zweistellig. Fast alle Lebensbereiche haben sich verteuert. Es gibt nur eine Ausnahme.

Teurer Einkauf
Teurer Einkaufdpa/Fabian Sommer

In Berlin hat die Teuerungsrate nochmals deutlich zugelegt. Nach Angaben des Statistischen Landesamts kosteten Waren und Dienstleistungen im September in der Stadt durchschnittlich 9,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. In Brandenburg stiegen die Preise sogar um 9,9 Prozent. Im August lagen die Teuerungsraten noch bei 7,6 und 7,9 Prozent.

Getrieben wurden die Preise erneut vor allem durch teure Energie. In Berlin stiegen sie gegenüber dem Vorjahresmonat um 36,3 Prozent, in Brandenburg sogar um 45,5 Prozent. Für Heizöl und Gas musste in Berlin im September doppelt so viel gezahlt werden wie vor einem Jahr. 108,8 beziehungsweise 90,9 Prozent betrug die Teuerung, und für Kohle oder Pellets mussten Berliner tiefer in die Tasche greifen. Um 88,4 Prozent gingen die Preise dafür in Berlin nach oben. Benzin und Diesel verteuerten sich nach dem Wegfall des Tankrabatts zum 1. September um gut 26 Prozent.

Auf einen neuen Rekord schaffte es in Berlin die Teuerung bei den Lebensmitteln. Nachdem die Nahrungsmittelpreise bereits im August um 17,9 Prozent gestiegen waren, verteuerten sich diese im September in Berlin um 18,8 Prozent. Noch teurer wurden Lebensmittel in Brandenburg. Dort kosten sie 19,1 Prozent mehr.

„Solch große Preissteigerungen hat es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben“, sagt Katrin Schoenecker vom Referat Preise im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Auch hier wirkten die steigenden Energiepreise sowie kräftig steigende Preise in den vorgelagerten Wirtschaftsstufen. Und dabei benennt die Teuerung der Lebensmittel in Berlin nur den Durchschnitt. Für viele Nahrungsmittel sind die Preise geradezu explodiert. Weizenmehl verteuerte sich im September um 102,1 Prozent, Butter kostet 50,4 Prozent mehr, für Eier sowie Fleisch und Fleischwaren muss etwa 20 Prozent mehr gezahlt werden. Sonnenblumen- und Rapsöl verteuerte sich um 68,4 Prozent, Gemüse um zwölf Prozent.

Darüber hinaus musste für Bekleidung und Schuhe 3,2 Prozent mehr gezahlt werden, die Warmbestandsmieten kletterten um 2,2 Prozent, Pauschalreisen wurden um 10,2 Prozent teurer, in Gaststätten mussten 8,2 Prozent mehr gezahlt werden. Laut Schoenecker seien von Preissteigerungen fast alle Lebensbereiche betroffen, lediglich im Bereich der Nachrichtenübermittlung habe gespart werden können. Dort gingen die Preise tatsächlich um 0,3 Prozent zurück.

Ermittelt wird die Teuerungsrate monatlich auf der Grundlage eines virtuellen Warenkorbs. Etwa 650 Produkte und Dienstleistungen sind darin enthalten. Es ist fast alles, was zum täglichen Leben benötigt wird. Der Inhalt des Warenkorbs reicht von Nahrungsmitteln über Bekleidung, die Ausgaben für die Wohnung und Kultur bis zu Versicherungspolicen und dem Sprit für das Auto.